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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 3 · p. Seite 116

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 3
Article
Die Einheit des Judenthums innerhalb der heutigen religiösen Anarchie
Date
1869-01-01
Page
Seite 116 (sequence 6)
Language
German
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116 Nachtrag zum Artikel: Die Ebicmiten des alten Testaments. Reichthum polemisiren, werden ausdrücklich levitischen Autoren zugeschrieben, der eine den Korachiden und der andere dem Asaf. Diese Ueberschriften zu verdächtigen hat man keinen Grund. Indessen braucht man sich bei diesem summarischen oder äußerlichen Beweise nicht zu beruhigen; es fehlt nicht an innern zwingenden Argumenten, daß Psalmisten oder genauer anawitische Psalmisten Functionen im Tempel gehabt und für denselben die Erzeugnisse ihrer Muse gedichtet haben. Ps. 26 stammt von einem Anaw: er wiederholt, daß er den Frevlern gegenüber in Harmlosigkeit wandelt: ״Ich werde Deinen Altar, o Gott, umkreisen, Dankesstimme laut werden zu lassen und alle Deine Wunder zu rühmen. Ich liebe die Stätte Deines Tempels und den Ort, wo Deine Ehre weilt." — Ich denke, daß dieser anawitische Psalmist ohne Zweifel ein Levite war, der sich stets im Tempel aufgehalten und dort Lieder gesungen hat. Nicht minder deutlich spricht für einen Solchen der folgende Psalm, dessen Vers, ein Verfolgter war (scheint mit dem vorhergehenden einen einzigen zu bilden): שבחי בבית ה׳ כל ימי חיי... ואובחה באחלו ובחי תרועה אשירה ואומרה לה׳. In Ps. 52, der ebenfalls gegen einen sündhaften Vertreter des Reichthnms polemisirt, rühmt sich der Dichter: Ich aber weile wie ein frischer Oelbaum in Gottes Tempel; vertraue ans Gottes Gnade immerdar." — In Ps. 84 sehnt sich der Dichter, ein Korachide, nach Gottes Vorhäfen, nach Gottes Altar, aus dem er verbannt gewesen zu sein scheint. Ps. 92 stellt gegenüber die scheinbar glücklichen Reichen, die ihrem Untergang entgegeneilen, und die Glieder des Kreises, ״welche gepflanzt sind in des Herren Tempel, in den Vorhäfen Gottes stets blühen", d. h. in Prosa, die ihre Funktionen im Tempel haben. Diese vier Psalmen hebe ich nur deßwegen hervor, weil sie ohne Widerrede anawitischen Ursprungs sind, zugleich levitische Dichter voraussetzen und keiner exegetischen Nachhilfe bedürfen. Es giebt aber noch andere, die ebenso levittsche Autoren bekunden, aber erst exegetisch präparirt werden müßten, um sich zugleich als anawitisch zu documentiren. — Ich hoffe, daß sich die Ueberzeugung Bahn brechen wird, daß es einen anawitischen Kreis gegeben und daß dieser vorherrschend aus Leviten bestanden hat.

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