Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Leichenverbrennung in den alten Bibelversionen
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 2)
- Language
- German
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Dl« Leichenverbrennung in den alten Bibelversionen. 77 beantwortet worden. Soweit die vorhandenen Berichte ein Urtheil gestatten, kam die Leichenverbrennung bloß ausnahmsweise vor: bei der Bestattung der Könige, oder wenn besondere Umstände eine rasche Beseitigung der Leiche erforderlich machten (I. Sam. 31, 12, 13; II. Chron. 16, 14; 21, 19; Arnos 6, 10; Jerera. 34, 5, vgl. Saalschütz Arch. II., 146, Note 11). Jacob Grimm hat jedoch in der ausgezeichneten Abhandlung über das Verbrennen der Leichen (kleine Schriften II., 226 ff.) nachgewiesen, daß bei den meisten Völkern die Leichenverbrennung die ursprüngliche Form der Todtenbestattung war, aus der sich dann später die Sitte der Beerdigung entwickelte, und daß sich allerwärts in der Sprache Ankläuge an die alte untergegangene Sitte erhalten haben. So bedeutete er00og den Aschenkrug, die Urne, später, als die Beerdigung allgemein wurde: den Sarg; rv/.cßo g (spätlateinisch tumba) heißt eigentlich die Stelle, wo Jemand verbrannt wird (von rvyxu , brennen), der Scheiterhaufen, duslum, tumus, tumulus, davon erst später: Grab. Ob בי טטיא, wie behauptet wurde, mit rv/.ißog, m!.1ßeca zusammenhängt, bleibe dahingestellt, אובא טטיא würde sich in dem Falle sehr passend als Ti'j.ißäc, bustaaria, Zauberin, Hexe erklären lassen. Auch rätfog, Grab, wird von Jac. Grimm, Lapp und kott auf die Wurzel tax — brennen zurückgeführt, ^>ie in riyqa, Asche, in tep-idus, in rfa und מפמה Brandstätte, in תפיא Herd*) und תפיחה, hitzige Krankheit steckt. Solcher Anklänge an die alte Sitte scheint nun auch die hebräische Sprache bewahrt zu haben. Die Redensart 15p ואוב׳ 1) ואפה. Mose. 18, 27) kann nur in diesem Sinne erklärt werden (wie unser: sanft ruhe seine Asche), wenn man nicht etwa wie der Mdrasch (6er. 6. c. 49) und das Targ. jerusch, die *) Dr. I. Levy (Chald. Lex. II., 548) hat das verkannt, einmal vergleicht er ״etwa das gr. ymq6n°vgu, dann bemerkt er: ״Unser Wort stammverwandt" mit וק־פא bedeutet eig. hohles, ״bauchiges Gefäß", vergl. lat. 0Ua: Topf und griech. avlog: ״hohler Körper"!!! Auch Fleischer (Nachträge S. 581—82) ist das Richtige entgangen. Vs Lara (in Ir David) vergleicht in seiner Rathlvsigkeit sogar das deutsche: Topf. Vergl, burvärssoh תאפך, np.: tab811, ״Esse" (F. Justi, Bündehesh 107).