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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 2 · p. Seite 76

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 2
Article
Die Familie in moralischer und rechtlicher Beziehung nach pentateuchischen Prinzipien
Date
1869-01-01
Page
Seite 76 (sequence 6)
Language
German
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76 Die Familie in moralischer und rechtlicher Beziehung nach. nicht lebensfähig, denn die Theile stoßen einander ab und rerlieren ihre Kraft. Eine Untersuchung des talmudischen Familienrechts bringt das Ergebniß zu Tage, daß es auf Grund des biblischen aufgebaut ist, daß aus den Verhältnissen zwischen Mann und Weib, Eltern und Kindern dasselbe Princip hervorleuchtet; doch dies quellenmäßig hier darzustellen, verbietet der Raum.*) Pie Leichenverörerrnltng in den alten Möelverstonen. Eine exegetische Notiz von Dr. I. Perles. Die Frage, ob bei den alten Hebräern die Leichenverbrennung im Gebrauche war, ist Vielfach besprochen und verschieden- *) Mein College, Herr Dr. Buchholz, der dasselbe Thema gleichzeitig mit mir bearbeitete und veröffentlicht hat, hat das Material geschickt zusammengestellt; auch ist die Darstellung leicht faßlich und populär. Doch scheint dieser Zweck die Wissenschaftlichkeit derselben in so fern beeinträchtigt zu haben, als dadurch auf eine historische Entwickelung verzichtet wurde. Weder ist das biblische und talmudische Recht von einander gesondert, noch das letztere als aus dem ersten hervorgegangen, dargestellt. In dem im Anhänge dargestellten systematischen Theile wird nicht selten der richtige Eintheilungsgrund vermißt. Wenn z. B. in den Ehehindernissen die Distinktion vorkommt: a. wegen Verwandtschaft; b. aus Keuschheitsrüäsichten; e. religiöse Ehehindernisse, so fragen wir: sind a. und b. nicht gleichfalls religiöse Ehehindernisse, und ist das Verbot der Verwandtschaftsehe nicht gleichfalls eine Keuschheitsrücksicht? Worauf es aber hauptsächlich ankommt, wodurch sich die Ehehindernisse von einander unterscheiden, daß es Ehehindernisse giebt, die eine Verbindung von vorne herein unmöglich machen, und andere, welche sie lösen oder die Lösung anrathen, diese Eintheiluug, die schon in der Mischna vorkomml: קיתשין תופסק und אץ קידושין תופסין und ואם נשאת לא תצא ist übergangen. Wenn auch die Arbeit des vr. Buchholz ein sehr verdienstvolles Werk ist, so macht sie eine andere Darstellung von dem angegebenen Gesichtspunkte nicht überflüssig.

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