Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension] / Gr-n.
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 462 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829360-2829373--11712-2864096- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
462 Recensionen und Anzeigen. diese in der bei den Arabern und im Neuhebräischen so beliebten Mekamenform abgefasste Erläuterung des Dekalogs den Namen des R. Saadia Gaon und es liegt die Vermuthung nahe, dass es dieselbe angeblich Saadianische Erläuterung ist, welche nach Zunz Ritus 8. 52 am ersten Tage des Wochen־ festes in den Synagogen zu Constantine, Oran u. A. recitirt wird. Mit dem Asharoth R. Saad. zum Dekalog hat sie nicht die geringste Aehnlichkeit. Denn während diese die 613 Mizwoth nur unter der Rubrik der einzelnen 10 Gebote bringen, diese selber aber nicht weiter entwickeln und ausdehnen, ist der Tafsir lediglich nur eine Erweiterung und Ausspinnung jedes einzelnen Gebotes, mit einer grossen Menge Midraschim durchweht, für welche zum Th eil der Herausgeber die Quellen am Ende angibt. Mehr auf das Wesen des arabischen Werkchens einzugehen, fühlen wir uns um so mehr überhoben, als Herr E. selber zu unserem Bedauern auf diesen Punkt nicht eingegangen ist. Es wäre nämlich unumgänglich nothwendig gewesen, dass der Herausgeber statt der beiden allgemein gehaltenen Vorreden eine wissenschaftliche Einleitung der Schrift vorängeschickt hätte, in der er sich über ihren Charakter und ihre Eigenthümlichkeit ausgesprochen, vor Allem aber untersucht hätte ob sie wirklich dem Gaon Saadia angehöre. Wir glaubten auch in der That aus einem Satze in den Vorreden schliessen zu dürfen, dass wenigstens dieser letzte Punkt noch in diesem Hefte eine Erörterung finden werde, indessen sahen wir uns in unserer sichern Erwartung getäuscht. Sollte vielleicht Herr E. das von ihm selber Angedeutete in einer späteren Brochure auszuführen beabsichtigen? Nun, המתחיל במצוה אומרין לו גמור Auffallend ist auch, dass er R. Saadia’s im קובץ מעשה ירי גאונים abgedruckten אזהרות לעשרת הדברות mit keiner Silbe erwähnt, während er andere Schriften von Saadia anführt, die gewiss weit weniger Beziehung zum Tafsir haben. Sehen wir jedoch, wie ihm die Besorgung des Textes und die Ueber- Setzungen gelungen sind, Bedenkt man, dass Herr E. dem Studium des Arabischen erst seit drei Jahren obliegt, so wird man gewiss von seinem Fleisse und seiner Befähigung den besten Eindruck empfangen. Es verdient alle Anerkennung, dass er einen durch und durch