Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 459 (sequence 2)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 459 für das Judenthum und insbesondere für seine Wissenschaft mehr thun, als Viele von Denjenigen, welche von Amtswegen dafür zu sorgen haben. Herr Halberstamm ist weder Rabbiner, noch Prediger; er ist auch unseres Wissens nicht einmal Gemeindevorsteher, und wenn er es ist, so findet er sich jedenfalls mit seinen Verpflichtungen gegen das Judenthum nicht durch Wühlereien in Rabbinerwahl־, Synagogenbau- und Cultusreformsachen ab, worauf jetzt in den meisten Gemeinden (vergl. ״ Die Metropole der Intelligenz" in Preussen) alles jüdische Interesse Derer, die nicht ,,vom Fache“ sind — vom Vorsteher bis zum Wähler dritter Klasse — sich beschränkt. Herr Halberstamm opfert vielmehr in besserer Erkenntniss dessen, was ein gut situirter Privatmann heute für das Judenthum thun kann, Zeit und Geld der Erwerbung litterarischer Schätze, der Drucklegung von werthvollen Handschriften und der Veröffentlichung von selbstständigen Arbeiten, welche von gründlicher Kenntniss der jüdischen Litteratur Zeugniss geben. Herr H. hat bereits durch diese seine Thätigkeit die Männer der Wissenschaft sich zu Danke verpflichtet, wessen selbst Grätz (s. dessen Geschichte X., Note 3 11. 6) kein Hehl hat, Uns aber gereicht es zur Freude, der überdies so geräuschlosen und bescheidenen Thätigkeit des Herrn Halberstamm einmal nach Verdienst auch an dieser Stelle erwähnen zu können. — Was nun die oben angezeigten Sachen betrifft, so sind dieselben zwar durch den Vater des Herrn 8. Halberstamm, einen gleichfalls gelehrten Mann, zum Drucke befördert, jedoch wurden die Handschriften von dem Letztgenannten angekauft und hat dieser auch beide Werke mit sehr belehrenden Einleitungen versehen. Aus den in denselben enthaltenen Mittheilungen erwähnen wir noch der Beihülfe, womit die Herren 8. G. Stern in Wien und Schön gut in Bielitz um die Entzifferung des sehr unleserlichen Manuscriptes und die Sicherstelluug des Textes sich verdient gemacht. Die mannigfachen von grosser Belesenheit in der jüdischen Litteratur zeugenden Einzelheiten über Ritba, seine Schriften u. 8. w. möge man in den Vorreden selbst einsehen. In der zu den ״Novellen“ (die übrigens nur bis zu Ende des 7. Cap. dem Ritba, von da aber dem li. 8. b. Adereth angehören) führt Herr H. aus einer späteren Recension derselben (nach einer 35"