Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension] / D. G.
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 439 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen und Anzeigen. 439 rücksichtigt. Und hier finden wir Leistungen von anerkannten Meistern der jüdischen Kanzelberedtsamkeit, die den bereits hekannten derselben sich würdig anreihen; so die ״Kleinen Reden" und die ebenso tief empfundenen, wie an Form und Inhalt gediegenen ״Leichenreden" von Dr. Jellinek, ferner vom sei. Mannheimer eine ״Rede am Grabe der .Märzgefallenen", zuletzt von Dr. Klein per er eine recht geistvoll durchgeführte Traupredigt. Auch von den übrigen Mitarbeitern verdient manche Leistung besonders erwähnt zu werden, so eine Sabbath-Toldoth-Predigt und eine Leichenrede von Dr. N. Brüll, der in Bezug auf geschickte Handhabung des Textes und kraftvolle Sprache vielfach an Jellinek erinnert, ferner vom Herausgeber einige Predigten und Casualreden, unter denen besonders die Predigt ״Wissenschaft versöhnt" durch angemessene Behändlung des Themas den Leser ebenso interessirt, wie sie den Zuhörer gewiss erbaut hat. Alle die einzelnen Predigten zu besprechen, würde zu weit führen; es genüge die Bemerkung, dass der Leser in jedem Hefte Lesenswerthes, Interessantes und Neues finden und immer eine fruchtbare Anregung empfangen wird. Zwar wird ihn nicht Alles, was Aufnahme gefunden hat, in gleicher Weise befriedigen. Er wird z. B. in der ״Festrede" von Dr. Zipser (S. 139ff.) durch den Aufwand von Gelehrsamkeit sich nicht blenden lassen und die etwaige Belehrung, die die vielen Citate (aus Ilerod., Thucid., Philo, Tit. Liv., Tacit., Arion, Alex, apud Vitrov (?) etc. etc.) bieten könnten, sich lieber aus einem Reallexicon holen wollen. Indess, es hat auch in der Predigt Jeder seinen eigenen Geschmack und — sein eigenes Genre. Oder vielleicht ist es ebensosehr eine Kunst, eine inhaltsleere, wie inhaltreiche Predigt zu halten. Wenigstens konnte Rec. nur von diesem letzteren Gesichtspunkte aus die Grabrede von Dr. Rothschild (8. 158 ff.) zu Ende lesen. Doch, wir wollen gegenüber einem Unternehmen, das alle Aufmunterung verdient, wegen mancher Einzelheiten, wohin wir auch die Ungenauigkeit der Correctur rechnen, keinen kritischen Feldzug eröffnen und erwähnen bloss noch, dass die Homiletische Monatsschrift auch für Läuterung des Geschmackes und An bahnung des Besseren Manches zu leisten bestrebt ist, indem eine besondere Rubrik in jedem Hefte Recensionen und Bibliographie