Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension] / D. G.
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 438 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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438 Recensionen und Anzeigen. jüngere Theologen sich bilden können, und von Tag zu Tag mehren sich die Veröffentlichungen theils ganzer Sammlungen, theils einzelner Predigten. Gleichwohl lässt sich nicht leugnen, dass auf diesem Gebiete noch sehr viel zu leisten ist. Noch fehlt es an einer Theorie der jüdischen Homiletik ebenso wie an einer Geschichte derselben, noch sind die Grenzen, innerhalb welcher die Bibelexegese oder der Midrasch in der Predigt eine Stelle finden sollen, nicht abgesteckt, noch gibt es Prediger, die ihren eigenen Weg gehen und entweder durch allzusehr gehäufte Citate aus Profanschriftstellern ihre Predigt dem Leser ungeniessbar machen, oder durch schulgerechte und trockene Behandlung dss Themas in die Gefahr kommen, — langweilig zu werden. Da hat denn ein «Journal, das die Interessen der Predigt im weitesten Sinne vertreten soll, ein weites Feld der Thätigkeit, und es war daher der ״Homiletischen Monatsschrift" gleich bei ihrer Begrün düng ein günstiges Prognosticon zu stellen. Und die vorliegenden Hefte (Januar bis Juli) haben die gehegte Erwartung in dem Masse befriedigt, dass dem Unternehmen ein fernerer gedeihlicher Fortgang zu wünschen ist. Die erste Rubrik ,,Erklärung der Hagada in historischer wie in philologischer Hinsicht" brachte nebst einer anregenden Abhandlung vom Herausgeber recht schätzenswerthe Beiträge von Dr. Jellinek unter dem Titel ,,Iiagadische Analecten", deren Fortsetzung jedem Leser willkommen sein wird. Als ״Darstel- Jung des dogmatischen und ethischen Lehrinhalts der heiligen Schrift" ist die grössere, sehr gründliche Abhandlung von Dr. G. Berlitz über das ״Verhältniss Ihn Esra’s zu Saadias" vorzüglieh herzorzuheben. Besonders wirft das dritte Capitel (S. 160ff.) auf die philosophischen Ansichten Beider interessante Streiflichter, so dass eine Vervollständigung der hier und anderweitig von demselben Verf. mitgetheilten Studien über Ihn Esra das Verständniss dieses Exegeten wesentlich bereichern dürfte. Neben dieser streng wissenschaftlichen Abhandlung wurden in anregender Weise Fragen besprochen, die das Wesen und die Theorie der jüdischen Predigt betreffen, oder auf den öffentliehen Gottesdienst, den Religionsunterricht u. 8. w. Bezug haben, ja auch eine an das Feuilleton streifende Skizze ״Der Maggid von Dubno" fand in einem Hefte ihre Stelle. Hauptsächlich wurde natürlich die Predigt und besonders die Casualrede he-