Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension] / P.
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 397 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen und Anzeigen. 397 ״Von scharf ausgeprägten Parteistandpunkten konnte und durfte hier keine Rede sein; auf der breiten Grundlage der israelit. Sitten lehre sollten alle der Jugend zugänglichen Verhältnisse sich aufbauen" — aber wir können sie nicht billigen. Dagegen ist alles das, was der Verf. in seinen ,,Sabbat- Stunden" bietet, eine so gesunde Kost für unsere Jugend, dass es die sittliche Bildung derselben mehr fördern dürfte, als die trockenen, in Paragraphe gebrachten Sittenlehren der verschiedenen Katechismen alles ammt. Wir wünschen darum diesem Buche die verdiente Verbreitung, Einführung in Schule und Iiaus. Der gediegene Inhalt sowohl, wie die elegante Ausstattung, die die Verlagsbuclihandlung ihm gegeben, machen es ganz besonders zu Barinizwa- und Confirmationsgeschenken geeignet. P. Libanon. Ein poetisches Familienbuch von Ludw. August Frankl. Vierte Auflage. Wien 1858 .Pichler’s Wittwe und Sohn. 476 S. Lessing sagt irgendwo von einer Gedichtsammlung, dass, wenn ein Neuntheil darin vortrefflich, ein Neuntheil gut, und noch ein Neuntheil erträglich, — man auch den Rest gern in den Kauf nehme. Schon dies allein würde es erklären, dass von dem bei seinem Erscheinen allgemein günstig aufgenommenen ״Libanon" in so kurzer Zeit eine vierte Auflage nothwendig geworden. Allein wir haben hier noch ein gut Theil mehr als Lessing verlangt. Der Herausgeber hat nebst einigen vortrefflichen eigenen Gedichten eine Auswahl des Besten geliefert, ״\*as die Dichter der gebildeten Nationen zur Verklärung des Judenthums gesungen haben". Neben bekannteren Gedichten, theils deutschen, theils trefflichen Uebersetzungen aus anderen Sprachen, enthält die Sammlung eine beträchtliche Zahl neuerer Originalgedichte, die immer irgend eine Seite des Judenthums poetisch darstellen. Es ist mit einem Worte das ganze geistige Leben des jüdischen Volkes von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart in künstlerischer Form und mit einem wahrhaft poetischen Hauche wiedergegeben. Nur Hesse sich hin und wieder über die Auswahl einzelner Stücke rechten, die, ohne dem Wert he