Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension] / P.
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 396 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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396 Reccnsionen und Anzeigen. richtsanstalten benommen ist, an der gemeinsamen gottesdienstliehen Sabbatfeier zu participiren. Es gibt gegen diesen Uebelstand nur eine Abhülfe: die Einrichtung einer besonderen ausserhalb der Schulzeit fallenden Sab bat-Gottesdienst-Stunde für die gesammte jürl. Schuljugend, in welcher neben ausgewählten Gebeten die aus der heil. Schrift geschöpfte, an den Wochenabschnitt anknüpfende religiöse Belehrung das Haupt- Moment bilden muss. Für diesen Zweck wird das oben angezeigte Buch vortreffliehe Dienste leisten. Dasselbe ist mit grossem pädagogischem Geschick abgefasst. Der Verf. knüpft einen jeden seiner 54 Abhandlungen an den betreffenden Wochenabschnitt an, resumirt im Eingänge dessen Gesammtinhalt und wählt ein bedeutenderes Thema aus demselben zur religiösen Betrachtung aus. Der Verf. versteht es, die tiefen sittlichen Gedanken der Religion in einer den Anscbauungskreis der erwachseneren Jugend nicht übersteigenden, gemüthvollen und herzgewinnenden Weise darzustellen und sie durch zahlreiche Beispiele und Bilder aus dem Leben, dieser ״jungen Welt“ recht anschaulich zu verlebendigen. Einen besonderen Reiz müssen die in sorgfältiger Auswahl und mit Mass eingestreuten Sprüche und Erzählungen aus dem Legendenschatz des Midrasch auf die jugendlichen Gemüther üben. Auch dass der Herr Verf. hier und da die Jugend mit manchen gegen Juden und Judenthum intra et extra muros noch herrschenden Vorurtheilen und Vorwürfen bekannt macht und ihr die Waffen zur Widerlegung und Bekämpfung derselben in die Hand drückt, — wie z. B. im 50. Abschnitt über den Vorwurf, ״die Juden seien Fremde im Vaterlande“, über die Vorzöge der heiligen Sprache VS. 81), über die Ausdrucksweise der heil. Schrift (8. 141), über Sklaverei nach der l0/<׳J]sch־talinudischen Lehre (Abschnitt 32), über die dem Tode der Froinmen zugeschriebene sühnende Macht (Abschnitt 29) u. a. - können wir pädagogisch nur sehr gerechtfertigt finden. Dagegen müssen wir offen gestehen, dass wir ungern in dem Buche die Besprechung vieler, die jüdische Jugend angehenden religiösen Satzungen vermissen, wie der Zizis-, Tefiliin- und Sabbath - Gebote, der Speise’verbote u. dgl. Wir können uns die den Verf. zu dieser Unterlassung bestimmenden praktischen Beweggründe denken — der Verf. selbst deutet sie im Vorworte an, wenn er sagt: