Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829360-2829371-2863914--11600-2863965- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
386 Recensionen und Anzeigen. falls sie es für zweckmässig hielten, mit Einzelnen aus dem Rathe über die vielen Juden zu Erfurt zu sprechen, er wohl im Sinne hätte, was auch von vielen Leuten gebilligt werden würde, dass man nach Erfurt Leute sende, um die Juden zu beschirmen und dass dies wohl helfen würde, die bösen Wichte fortzuschaffen. Endlich gehört in diese Zeit noch eine in Jovii Chronicon Schwarzburgicon S. 477 und von Spiker a. a. O. 8. 132 erwähnte Nachricht, nach welcher am 14. April 1432 ein kaiserlieber Commissair nach Erfurt kam, um für den Kaiser Siegmund die Judensteuer in diesen Landen und in der Grafschaft Schwarzburg beizutreiben. Derselbe musste jedoch gegen den Grafen Heinrich reversiren, dass ihm Solches an seinen Privilegien, Ehren, Würden, Freiheiten und Briefen unpräjudicirlich sein solle. Im zehnten Kapitel handelt Herr Dr. Jar. von den inneren Verhältnissen und den Gelehrten Erfurts, indessen bedürfen seine Angaben nicht selten der Berichtigung und können auch noch mannigfach ergänzt werden. Der Gottesdienst in den Synagogen, sagt Herr Jar., folgte dem Minhag Sachsen, in dessen Bereiche Magdeburg und Erfurt die bedeutendsten Gemeinden waren. Diese Notiz ist Zunz’ Ritus 8. 70 entnommen, welcher auch bereits mittheilt, dass man sich in Erfurt wie in Oesterreich des Fettes am Thierbauche הלב שעל הכרס enthielt und am 1. Nissan bis Mittag fastete und Selichoth sagte (a. a. O. 8. 71 und 127). Indessen spricht R. Moses Minz GA. Nr. 101 p. 153d im Jahre 1468, wo doch die Juden längst aus Erfurt vertrieben waren, von drei Gemeinden in Sachsen אהת מג' קהלות בןאקשן> in denen sich ein Rabbinatscollegium befunden, und rechnet jedenfalls auch Halle zu denselben. Dass das, was Herr Jar. hier von dem Vorsitzenden des Rabbinatscollegimms und dem Rabbiner Wadarasch wiederholt, unrichtig ist, habe ich bereits oben bemerkt. Die auf einer Mittheilung von mir beruhende Angabe, dass in der zweiten Hälfte des 13 Jahrhunderts R. Samuel ben Menachem halevi und R. Simcha heil Gerschoin in Erfurt gewirkt haben, bedarf noch der Motivirung. In den GA. des R. Meir aus Rothenburg ed. Creinona Nr. 17 heisst es nämlieh von zwei mit einander processirenden Männern 1כבר באן לרין לפגי הר״ר שמואל בר מנחם הלוי ולפני ד שטחה בר גרשום וטענו בפניהם ולא נפסק שם הרין ונחרצו שניהם לבא לדין בפנינו