Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 353 (sequence 2)
- Language
- German
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Recensiouen und Anzeigen. 353 letztere von jedem Todten 30 Pfennige an den Mainzischen Hof entrichten mussten. Ueber alte Erfurter jüdische Leichensteine handelt Herr Jar. an vielen Stellen seiner Monographie, jedoch in einer Weise, aus welcher ersichtlich ist, dass er Zunz’ Werk: Zur Geschichte und Literatur gar nicht in Händen gehabt, sonst würde er sowohl eine weit grössere Anzahl von Erfurter Leichensteinen kennen gelernt als auch vielfache von Bcllermann begangene und von Zunz bereits berichtigte Irrthümer nicht wiederholt haben. Die briefliche Mittheilung von Zunz, dass schon vor 140 Jahren in Erfurt alte Leichensteine aufgefunden worden seien, ist schon a. a. O. 8. 397 zu lesen und der Dank an Wolf dafür, dass er einige dieser Epitaphien der Vergessenheit entrissen habe, ist überflüssig, da Wolf uns keine Erfurter In- Schriften erhalten hat. Von den 26, ausser den drei unlesbaren, von Zunz a. a. O. S. 405 —416 nachgewiesenen und aus den Jabren zwischen 1137 und 1391 herrührenden Erfurter Epitaphien erwähnt Herr Dr. J. nur vier, nämlich die aus den Jahren 1137, 1285, 1328 (für Jechiel ben Jechiel) und 1391, aber ohne Verweisung auf Zunz und daher auch ohne Rücksicht auf die. von diesem gemachten Berichtigungen, so dass er einen Rabbiner Namens Wadarasch erfindet, den er zum Präses des Rabbinats- Collegiums in Erfurt macht, während Zunz 8. 407 Jehuda Ascher ben Sarach ha-Cohen liest, was sich doch hören lässt. Die hier nochmals publicirte Grabschrift des R. Moscheh ben Kalonymos glaubt Herr Jar. von den Fehlern Bellermann’s befreit zu haben, allein aus Zunz 8. 416 hätte er noch manche Unrichtigkeit beseitigen können. Auch macht er diesen Leichenstein fast um ein Jahr jünger als er ist, denn der 14. Schebat 5151 fiel nicht in den Dezember, sondern war der 20. Januar 1391. Was nun die von Herrn Jar. mitgetheilten und erst in neuerer Zeit bekannt gewordenen Grabschriften betrifft, so ergeht sich derselbe hier wiederum in sehr gewagten Vermuthungen. So soll der 1288 (nicht 1281) verstorbene R. Elieser ben Kalony mos identisch sein mit dem von R. Bezalel erwähnten R. Elasar aus Erfurt, obgleich die freilich häufig unbeachtete Verschiedenheit des Namens Elasar und Elieser schon dagegen spricht und wird der genannte R. Elieser für den Vater des Nakdan Kalony mos, der ״ein Werk über Masorah Ketanah“ geschrieben hat, erklärt, obgleich bei letzterem der Zusatz halevi fehlt. Ueber diese Frankel, Monatsschrift. XVII. 9. 27