Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Eine Paraphrase des Erasmus von Rotterdam
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 1)
- Language
- German
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Eiße Paraphrase des Erasmus von Rotterdam. 307 Eine Paraphrase des Erasmus von Rotterdam. Zu der Sammlung von alten und neuen Lesestücken über die Geschichte der Makkabäer, welche Jacobus Magdalius Gaudensis im Jahre 1517 veranstaltete1), hat auch Erasmus auf Ersuchen des Vorstehers des Collegiums ״der Machabäer“ Hellas Marcaeus Machebactanus einen Beitrag geliefert, nämlich eine Paraphrase des sogenannten IV. Makkabäerbuches, das noch immer fälschlich unter dem Namen des Flav. Josephus geht. Leber diese Paraphrase urtheilt Grimm (Einl. zum IV. M. B. p. 296): ״Die genannte Paraphrase des Erasmus dürfte, was Schwulst der Darstellung und grenzenlose Willkiihr betrifft, wohl ihres Gleichen suchen und kann daher auch nicht den mindesten exegetischen Werth ansprechen.u Dies harte Urtheii ist ein gerechtes und hätte nur noch auf die Latinität des Machwerkes ausgedehnt werden sollen. Keiner aber, der Erasmus auch nur aus seinen Uebersetzungen kennt, wird ihn solcher Sünden gegen die Treue und den Geschmack für fähig halten, wie sie tausendfältig diese Paraphrase begeht. Und in der That hätte schon Erasmus’ Brief an den genannten Helias Marcaeus Macheb., der den Ausgaben der Paraphrase vorgesetzt ist, Männer wie Combefisius (in den Noten zur Ausgabe des Pseudo-Jos. in Bibi. Patr. Gr. au et. noviss. oft), und Grimm a. a. O. belehren können, dass wir hier nicht eine selbstständige Uebersetzung des unvergleichlichen Mannes vor uns haben, sondem eine von ihm nur ein wenig geglättete Paraphrase eines alten christlichen Schriftstellers. ״Nune" so sagt Er. das. ״quoniam Graecus Codex ad manus non erat, e Latinis Graeca conjectans, mutavi nonnulla sed non admodum multa.“ Ein paar Worte, die Latnbecius (bei Ittig prol. zu Jos.) aus einer ungedruckten lat. Uebersetzung der Kaiserl. Bibi, zu Wien anführt, halfen mir auf die Spur des Originals selbst. Der in tab. cod. mss. etc. vol. I. Vindob. 1864 unter Nr. 577 angeführte *) Was über den Inhalt der bei Eucharius Cervicornus in Köln erschienenen äusserst seltenen Schrift Abweichendes berichtet wird, ist falsch. Mir stand ein Exemplar der Wollend. Bibliothek zu Gebote.