Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 7
- Article
- [Rezension] / D. G.
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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278 Reoensionen und Anzeigen. Herr S.: ״Verhasst ist vor Gott *b dimitte (״Schick kort!" oder ״Fort mit ihr!") — Sagt das R. Sal. Lurja oder sein Interpret? Wir bitten den Herrn Verf., diese talmudische Lesart — denn weiter bietet Lurja auch kein Jota — bei Raschi z. St. genauer einzusehen אם שנואה היא לפני המקום שלח כב״ש• Das heisst doch wohl nichts Anderes als: Wenn sie (die Frau) vor Gott verhasst ist (sc. in Folge von ערלת.דבר)> so schicke sie fort". Dieser Gewährsmann brauchte also nicht unnöthig aufgestört zu werden, um den Sinn zu eruiren, dass Gott die leichtfertige Ehescheidung hasst. Verf. durfte es getrost wagen, mit seiner Auffassung von plW und רוח (S. 11) selbständig hervorzutreten; denn es hat Manches für sich, diese Ausdrücke als Schlagwörter im Munde des Volkes zu erklären und es ist auch, wie ganz richtig bemerkt wird, eine charakteristische Eigenthümlichkeit Maleachi’s, Ausdrücke und Wendungen, die unter dem Volke gang und gäbe waren, in seine Rede zu verflechten. Ebenso dürfte Verf. mit der Interpretation von 2, IQ das Riehtige getroffen haben, welche Stelle er, im Wesentlichen an Abrabanel sich anschliessend, als Anführung der Anschauung des Volkes und Entgegnung des Propheten erklärt. Auch wo die Redeweise Maleachi’s im Einzelnen charakterisirt wird, erkennt man meist ein feines exegetisches Verständniss. Allein wenn der Verf. sagt, dass er ״die Regeln der wissenschaftlichen Exegese als die einzig wahren Leitsterne auf’s Schärfste in's Auge gefasst" (S. 5), so muss Ref. bekennen, dass er die Kühnheit dieser wissenschaftlichen Exegese bisweilen über die Linie des theologischen Standpunktes hinausgehend gefunden hat. Einen solchen Eindruck macht wenigstens auf ihn die Charakteristik Maleachi’s (S. 80), in welcher gesagt wird, ״dass er von der Gewalt des Augenblickes fortgerissen in hyperbolischen Ausdruck verfällt." Dieser Ausdruck klingt allerdings harmlos genug-, der darauf folgende Satz aber ist zum Mindesten doppelsinnig. ״Damit ist nicht nur seine poetisch schwungvolle Schilderung des Gerichtstages ... gemeint .. ״auch hinsichtlich seiner Darstellung der Vergangenheit soll damit nicht gesagt sein, dass ihm wie Manchem seiner Vorgänger deren Gestalten durch das Dämmerlicht der Ferne glänzender, als sie wirklich waren, vor die Seele traten; es muss vielmehr . . . besonders der