Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 7 · p. Seite 243

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 7
Article
R. Abraham b. Isaak, Ab-bet-din aus Narbonne
Date
1868-01-01
Page
Seite 243 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2829132-2829360-2829368-2863703--11390-2863725
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Ab-bet-din aus Narbonne. 243 I. R. Abraham b. Isaak blühte im Anfänge der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts in Narbonne, einer der ältesten und im Mittelalter bedeutendsten Gemeinden der Provence4). Die Gemeinde von Narbonne besass bedeutende Privilegien und genoss der vollsten Autonomie5). Ihre glücklichsten Tage fallen in das zwölfte Jahrhundert, in die Zeit, wo die Provence von freisinnigen Fürsten6) regiert wurde, welche die unduldsame Kirche in die gebührenden Schranken wiesen. Wie um diese Zeit die Stadt Narbonne in politischer Beziehung, so nahm die jüdische Gemeinde in moralischer Beziehung eine hervorragende Stellung in der Provence ein 7). Standen doch an der Spitze der Gemeinde von Narbonne jüdische Fürsten (Nasi), die ihre Abstammung vom Könige David ableiteten. Auf dieselben waren die Blicke Aller um so mehr gerichtet. 4) Vgl. Benjamin von Tudela Itinerarium Anfang. Vgl. Vaissette Histoire gönörale de Languedoc. Vol. I., p. 243, 274, 739 u. a. m. Im Jahre 476 gab es in Narbonne schon eine beträchtliche jüdische Gemeinde. Vaissette a. a. 0. Vgl. Grätz, Geschichte der Juden. 5. Bd. S. 76, 227. Nach einer Sage sollen sicli bereits unmittelbar nach der Zerstörung des zweiten Tempels Juden in Languedoc niedergelassen haben. Vgl. Kol-Bo Nr. 18 Abudraham p. 38. Mehreres darüber in einer nächstens von mir erscheinenden Arbeit über R. Eleasar ans Worms. 5) Vergl. Aristide Guilbert Histoire des villes de France, vol. 6. p. 407. Les juifs etaient maitres absolus dans la Ville-neuve. (So hiess nämlich das jüdische Viertel.) Narbonne devint celebre ä cette epoque par la liberte, dont les juifs y jouissaient. Ich benütze die Gelegenheit, um aus dem genannten Buche a. a. 0. ferner folgende Stelle mitzutheilen. Charlemagne divisa sa seigneurie en 3 parties. — -— la troisi&me — — fut reservee aux juifs. Par suite de cette concession ils 86 concentrürent dans un quartier de la eite, bäti tont enprös pour eux et qui prit 16 nom de Ville-neuve — 11 voulut ainsi les rdcompenser de leur devoüment h sa cause. °) Besonders her vor gehoben wird die weise Regierung der Fürstin Ermengarde um 1148. Histoire des villes de France a. a. 0. T) Das. Narbonne devint donc le centre d’Israel disperse et desole. 19*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.