Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Berlin [Nachricht]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 2)
- Language
- German
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240 Monats chronik. Gemeinde- und Landesvertretung, sowie zur Bekleidung öffentlicher Gemeinde- oder Staatsämter im Gebiete des norddeutschen Bundes ausdrücklich anerkennt. An der Debatte im Plenum betheiligten sich die Abgeordneten Graf Bassewitz (Mecklenbürg) und v. Brauchitsch gegen, Lasker und der Antragsteller für den Antrag der Commission. Die Abstimmung ergab die• Annahme der Nr. 2 und 3 und Ablehnung von Nr. 1. Paris. In der von der ״Ligue internationale et permanente de la paix" abgehaltenen Generalversammlung gehörte der' Grossrabbiner von Paris, Herr Isidor, nebst den Herren Dolfus, dem Belgier Vischers, den Engländern Richard und Edward Pease, dem Pastor der Pariser reformirten Gemeinde Martin- Parchoud und dem Nationalökonomen Frederic Passey dem Bureau an. Pest. Die Bester Judengemeinde petitionirte beim ungarischen Justizminister um Aufhebung des Judeneides. Dieser versprach schleunige Abhilfe und beauftragte den Rabbiner Löw aus Szegedin mit der Abfassung eines Gutachtens über den Eid inore judaico. Wie zu erwarten stand, hat Herr Rabbiner Löw alle bisher üblichen und anstosserregenden Formen als unbegründet bezeichnet. Die königliche Septemviral-Tafel hingegen sprach sich in einem vor Kurzem ergangenen Bescheide dahin aus, dass der Eid more judaico mit allen seinen schimpflichen und beschämenden Formalitäten aufrecht zu erhalten sei. Rumänien. Nachdem der Senat gegen das Ministerium Bratiano ein Misstrauensvotum ausgesprochen hatte, reichte dasselbe seine Demission ein. Ein darauf von dem anderen Hause angenommenes Vertrauensvotum für das Ministerium veranlasste den Fürsten Carl, das Entlassungsgesuch nicht anzunehmen. Das bisherige Ministerium bleibt daher im Amte, wogegen der Senat aufgelöst wird und Neuwahlen veranstaltet werden sollen. Wien. Herr Rabbiner Horwitz ist nach längerer Krankheit aus dem Reiche der Lebenden geschieden. Sein friedliebender Charakter, seine aus innerer Frömmigkeit hervorgegangene herzgewinnende Bescheidenheit, verbunden mit ausgebreiteter theologischer Gelehrsamkeit, haben ihm in seinem vieljährigen Wirken allgemeine Liebe und Hochachtung erworben: sein Hintritt wird von allen Seiten tief bedauert.