Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 6 · p. Seite 238

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension] / D. G.
Date
1868-01-01
Page
Seite 238 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829360-2829367--11374-2863693
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

288 Recensionen und Anzeigen. manche nur ihm eigentümliche Auffassung einer Stelle oder deutsche Redewendung der allgemein üblichen weichen sollte, so würde das Buch zwar weniger Neues, aber desto mehr Brauchbares bieten. Nach der Ansicht des Recensenten sucht Herr Schwarz ohne Noth Schwierigkeiten, wo gar keine existiren und geht über dieselben mit Leichtigkeit hinweg, wo man vergebens nach dem לגם זקנים טעם יקחו בה יתענגו der vorgedruckten Approbation umherspäht. Wenn z. B. 17, 3 לילל pnpjD durch ״suchtest es heim mit Nacht" wiedergegeben wird, so klingt das zwar recht schön, aber die Grammatik protestirt dagegen und lässt sich den Acc. temp. nicht wegdemonstriren. Ps. 3, 7 שתל• עלי übersetzt Herr Schwarz ״die um mich anlegen" und fügt erklärend hinzu ״ihre BelagerungsWerkzeuge". Auf der Flucht vor Absalom wurde David also auch belagert? vermutlieh inMachanaim (s. II. Sam. 17, 27). Das werden die Historiker und Exegeten Herrn Schwarz wohl schwerlich glauben, ebenso wenig wie er mit seinen neuen Worterldärungen, die sich um Parallelstellen und Versionen wenig kümmern, Anklang finden wird. Beispiele hierfür anzuführen verbietet der beschränkte Raum, wir erwähnen daher nur die ganz neue lexicalische Entdeckurig, dass für ״Gott" im biblischen Hebraisinus auch מעלל gebraucht wird; denn p. 74, 5 ist übersetzt: ״als brächte man es Gott selbst, durch einen gezimmerten Baumstamm". (ככלביא לבלעלה כקבך עץ.קלדפלות?) Es liesse sich über so manche Uebersetzung und Erklärung rechten; jedoch gestehen wir gern, dass der Leser auch hin und wieder manches Neue aus dem Buche erfahren, oder auf eine schwierige Stelle aufmerksam gemacht wird. Es solle auch das Verdienst des Herrn Schwarz durch die gerügten Mängel nicht geschmälert, sondern nur angedeutet werden, welchen Grad von Vollkommenheit seine Leistung bei grösserer Sorgfalt hätte erreichen können. Immerhin können wir daher mit dem Wunsche schliessen, Verfasser möge in seinem wackeren Streben unverdrossen fortfahren. Erfolg und Anerkennung werden ihm dann gewiss nicht ausbleiben. D. G.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.