Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / D. G.
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen und Anzeigen. 237 auch der Chinnor Kodesch des Herrn Schwarz als ein verdienstliches Streben, das eine fühlbare Lücke auszufüllen sucht, mit Freuden begrtisst zu werden: hier, wenn irgendwo, gilt das hekannte: in magnis voluisse sat est. Neue Resultate freilich oder gar eine Bereicherung der exegetischen Literatur darf man in dem erwähnten Buche nicht erwarten, und wenn gleichwohl manche originelle Hebersetzung und Erklärung sich eingestreut findet, so ist natürlich das Verdienst des Verfassers um so höher anzuschlagen. Dieser Umstand berechtigt aber noch keinesweges, seine Leistung mit dem streng wissenschaftlichen Massstabe zu messen, da er die Resultate der neuen exegetischen Forschung völlig ignorirt und von Ewald, Hitzig, De Wette u. A., ja auch von den jüdischen Exegeten, ausser Raschi und Kimchi unter den älteren und Mendelssohn und Philippson unter den neueren, keine Notiz nimmt. Allerdings kann man nicht gerade sagen, dass diese enge Auswahl der exegetischen Vorarbeiten den Werth dieses Schulbuches sonderlich verringert hat; nur hätte consequenter Weise Herr Schwarz auch mit seinen eigenen, für urtheilsfähige Leser berechneten Erklärungen, bis sich eine günstigere Gelegenheit zur Veröffentlichung derselben darbietet, hinterm Berge halten müssen. Er hätte seiner Aufgabe vollständig genügt, wenn er eine ״wortgetreue“ Uebersetzung geliefert hätte, ohne dabei ״dem Geiste der deutschen Sprache den mindesten Eintrag zu thun.“ Aber an diese letztere Forderung wenigstens hätte Verfasser sich strenger halten müssen, und vor Allem musste sowohl der hebräische Text von der ziemlich beträchtlichen Zahl von Druckfehlern als auch der deutsche von den nicht seltenen Incorrectlieiten frei bleiben. Sprachliche Ungenauigkeiten wie ״bei seiner hochtragenden Nase" (10, 4), unschöne Wendungen wie ״ist Gedenkens deiner" (6, 6) oder ״ein befruchteter Weinstock an den Hinterwänden deines Hauses“ (128, 3) und Flüchtigkeitsfehler, wie ״das Antheil“ (12, 6), duverderbst“ (9,6), ״erzeugt Gnade“ (18,51) thun dem Werth6 des Buches eben so sehr Eintrag, als die Genauigkeit, mit der Verf. sich streng an die Accente und massoretisehen Lesarten gehalten hat, ihm zum wesentlichen Vorzug gereicht. Wir wollen daher hoffen, Herr Schwarz werde bei einer zweiten Auflage die Sorgfalt, deren er sich als Uebersetzer befleissigt, auch der Correctur angedeihen lassen. Wenn hierbei auch