Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Voltaire und die Juden
- Date
- 1868-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Yoltaire und die Juden. Von Dr. Graetz. (Schluss.) Voltaire beginnt den Artikel ״Juden“ im Dictionnaire philosophique mit einer allgemeinen Charakteristik derselben. ״Die jüdische Nation ist die allersonderbarste, die es je in der Welt gegeben hat. Obwohl sie die verächtlichste in den Augen der Politik ist, so ist sie doch in vieler Beziehung in den Augen der Philosophie bedeutsam. Die Gueber (Feueranbeter), die Ban jan und die Juden sind die einzigen Völker, die zerstreut leben, obwohl ohne Verbindung mit anderen Nationen sich inmitten anderer Völker fortpflanzen und sich vo« der übrigen Welt fern halten. Die Gueber, ehemals beträchtlich, sind in einem Theile des Orient verbreitet, die Banjan existiren nur in Indien und Persien; aber die Juden sind auf der ganzen Erdoberfläche verbreitet, und wenn sie sich sammein sollten, würden sie eine viel zahlreichere Nation bilden, als je in dem kurzen Zeiträume, während sie die Herren von Palästina waren. Fast alle Völker, welche die Geschichte dieses Volkes geschrieben haben, erheben diesen Ursprung durch Wunder. Alles ist Wunder und Orakelsprüche an ihm, und wir dürfen nicht daran zweifein. Indessen haben die Juden nur einen kleinen Erdwinkel auf einige Jahre besessen. Heute haben sie nicht einmal ein Dorf zu ihrem Eigenthume. Sie müssen demnach glauben, und sie glauben es auch, dass die Prophezeiungen für sie sich einst erfüllen und sie die Herrschaft über die Erde haben werden.“ Frankel, Monatsschrift. XVII. 6. 16