Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 9)
- Language
- German
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196 Recensionen und Anzeigen. der Menge und Kurze der Stücke, ihn daran nicht hindern konnte. Der in der rabbinischen Literatur heimische Rabbiner Dr. L. Lazarus würde aber den Dank angehender Theologen für seine trefflichen Nachweisungen sicherlich noch erhöht haben, wenn er dieselben zu den genannten Sprüchen, soweit sie sich ihm bequem darboten, ebenfalls mitgetheilt hätte. Den An- Spruch auf eine Vollständigkeit, die nur durch Errathen oder zeitraubendes Suchen mitunter zu erzielen war, durfte auch dann kein billig Denkender an ihn stellen. Zum Schlüsse können wir nicht umhin, über das schön geschriebene Vorwort des Herausgebers einige Bemerkungen auszusprechen. Ton und Inhalt bekunden zur Genüge, dass der Mann, der es geschrieben, ein liebendes Herz für den Verfasser sich bewahrt hat. Sollte es ihm entgangen sein, dass älF die glänzenden Verbrämungen die Flecken schlecht verhüllen, die er an dem Bilde des entrückten Freundes in jenem Vorworte aufzuweisen sich beeifert? Was bewog, was nöthigte ihn, das Wort so zweideutigen Lobes, das für den denkenden Leser dem härtesten Tadel gleich kommt, dem Werke änzukeften, welches an seiner Hand den Weg in die Oeffentliehkeit zum zweiten Male nehmen sollte? Wofern aber ihn ein wissenschaftliches oder persönliches Interesse dazu drängte, der Welt darzulegen, wie er das geistige Wesen des Mannes aufgefasst oder wie sich seine eigenen Ansichten zu denen des Freundes verhielten, — nun, so konnte er, wie wir glauben, jeden Ort eher wählen, als den Eingang des Buches, das seiner liebenden Sorgfalt anvertraut war und das gegen den Namen seines Verfassers kein nachtheiliges Wort bringen durfte. Auch nicht fremden Tadel darf das Kind gegen den Vater im Munde führen. — Wäre nur das, was hier dem Verewigten nachgesagt wird, gerechtfertigt — wir würden weiter darüber nicht sprechen Aber wer an Sachs mehr gesehen und erlebt hat, als was im geselligen Verkehr zur Darstellung gelangt; wer nicht ab und zu, sondern unausgesetzt sein Denken und Wollen und Empfinden, sein Reden und sein Thun; wer seine Studien, seine Geistesarbeit, sein Ringen nach Klarheit, sein blitzartig zutreffendes Urtheil, seinen die innersten Tiefen des Herzens mit wohlthuender oder unbarmherziger Klarheit blosslegenden Scharfblick zu erkennen Gelegenheit gefunden, — der kann