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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 4 · p. Seite 153

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1868-01-01
Page
Seite 153 (sequence 2)
Language
German
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’ReCensiönän •uftä Anzeigen. 153 gerechnet Werden• Von dem Talmud würden zuerst hur Einzelne Traktate gedruckt ׳und zwar zu Soncino in der Lombardei durch Jösüä Salomo, Sohn des Israel Nathan. Im Jahre 1484 erschien zu Sonoino Traktat Berachot־, dem in dem Zeitraum von etwa 36 Jahren andere 24 Traktate folgten. •Schön im Jahre 1473 wären mehrere hebräische Werke, als die Bibel, Aruch, Jad Hachasaka des Maimonides u. a. im Drucke erschienen; dass der Talmud später und auch dann nur langsam erschien, lag in der über ihn verhängten Verdammungsbulle Gregor’s IX. im Jahre 1239, die von Clemens IV. im Jahre 1264 wiederholt wurde. Durch die Bulle des fanatischen Gregor IX. würden In Frankreich Tausende von Talmudexemplaren und ändere hebr. Werken dem Scheiterhaufen, übergeben und sogar der Besitzer des Talmud war mit Todesstrafe bedroht. Die Bulle gerieth z\vai ällmälig in Vergessenheit, dennoch wagte Niemand mit einem Talmudwerke öffentlich hervorzutreten. Den Talmud um diese Zeit in Druck zu legen, war also ein gefährliches Unternehmen und konnte deshalb aüch nur langsam vorgeschritten werden. Auffallend scheint jedoch , dass zu Gonstantinöpel und Saloniki, wo kein Verbot gegen den Talmud bestand und hebr. Werke, wie Alfasi, Sifri, Mechilta ü. a. schon vom Jahre 1509 ab ■im Druck erschienen, vom Talmud auch nicht ein Traktat gedruckt würde. Herr R. meint (kommt aber hiervon zurück), dass vielleicht einzelne Traktate gedruckt würden, die aber durch fleissiges Studium bald abgenützt sich nicht auf die Nachweit erhielten; Folgendes dürfte jedoch zu erwähnen sein. Der frühere Gohstäntihopler und Saloniker Druck war schlecht; das Seminar besitzt das □שדר יהושע!רעי D Acdruekt zuGonstantinopel im Jahre 1662.. Das Werk ist kaum lesbar, Rapier schlecht, die Buchstaben schwach ausgeprägt unHin einander verschwöiiimen, und selbst noch spätere türkische Druckwerke lassen Vieles hinsichtlich der Typen und deren Ausprägung zu wün« sehen: auf welcher Stufe mag die Typographie in der ersten Zeit ihrer Einführung in die hebr. Litteratur in der Türkei ge״ standen haben! Es ist ferner leicht zu ermessen, dass in der zu jener Zeit an Künstlern gewiss armen Türkei der Guss der Typen mit viel grösserem Geldaufwand als in Italien, über״ haupt in Westeuropa verbunden war; der Druck des Talmud würde also ungemeine Kosten verursacht haben und konnte Frankel, Monatsschrift. XVII. 4. 12

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