Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Commentarien des Ephraem Syrus im Verhältnis zur jüdischen Exegese
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 9)
- Language
- German
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zur jüdischen Exegese. 149 schieden werden und muss der weiteren Forschung über seine exegetischen Schriften Vorbehalten bleiben. Was hier als wichtiges Resultat hervorgehoben werden muss, ist, dass diese Commentarien, wenn auch ihr .Werth nicht auf Vergleichung des Urtextes und der Versionen beruht, doch für die Berichtigung und das kritische Verständnis8 der Pesch, ganz unschätzbar sind. Nur darf hierbei nicht ausser Acht gelassen werden, dass Ephraems Lesarten nicht unbedingt Anspruch auf Glaubwürdigkeit und Ursprünglichkeit machen können, sondern nur dann vor den unsrigen den Vorzug verdienen, wenn sie dem Geiste der Uebersetzung, wie er im Grossen und Ganzen sich darstellt, entsprechen. Hingegen hiesse es den Werth der Commentarien überschätzen, wenn man an dieselben mit der Voraussetzung heranginge, in ihnen eine reiche Ausbeute für die eigentlich wissenschaftliche Erklärung des Urtextes zu finden. Denn zu einer gründlichen philologischen Forschung fehlte Ephr. einerseits der wissenschaftliche Geist eines Hieronymus, andererseits lag sie überhaupt nicht in dem Plane, den er bei Abfassung dieser Commentarien befolgte. Daher ist er z. B. in Bezug auf geographische Bemerkungen nur dann zuverlässig, wenn sie die Gegenden des Euphrat, die er aus eigener Anschauung kannte, betreffen’). In vielen anderen Beziehungen ist seine Unselbstständigkeit und Abhängigkeit von der jüdischen Exegese im Einzelnen nachgewiesen worden. Wenn also Ephr. auch oft richtige Erklärungen bietet, so kann doch das endgiltige Urtheil über seine exegetische Leistung derBewunderung, die man ihr bisher gezollt hat, nur in sehr eingeschränktem Maasse beipflichten. crit. de interpr. mess. in dessen opusc. theol. p. 524) sich der Hexapla des Origenes bedient und aus derselben die Kenntniss des Ebroio geschöpft habe. *) So trifft er offenbar das Richtige, wenn er Gen. 10, 10 die Namen $־ש(יך (פ; 0פ= Edessa, Nisibie und Ctesiphon * *ז , Jcdj)p v. \r> ^opoj, cf. Jon. und Jeruscli. a. 1. und Gen. R. c. 37) erklärt (p. 58 B und 154 A), während er andererseits z. B. die Flüsse Giclion und Pisclion (Gen. 2, 11) mit Nil und Danubius identificirt (23 B), wo man weit eher an Indus und Oxus zu denken hat (siehe Knobel Genesis S. 29 ff.).