Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Alliance Univers. Israélite und die Juden Rumäniens
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 5)
- Language
- German
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- Tunis 1× ep/1048155
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mul die Juden Rumäniens. 125 sie auch; die Familie des Pariente hat noch keine Ent- Schädigung bekommen, doch wird ohne Zweifel die osterreichische Regierung ihr eine solche verschaffen. Zu Tunis hat unser Comitd an dem französischen Generalconsul eine energische Stütze gegen Gewalthandlangen gefunden, über die sich die tunesischen Juden ernstlieh zu beklagen hatten. So hielt ein Vornehmer zu Tunis mehrere junge Mädchen in seinem Hause eingesperrt, um sie zum Islam zu bekehren. Der Generalconsul verwendete sich und die jungen Mädchen wurden ihren Familien zurückgegeben. — Die tunesische Regierung selbst ist wohlwollend gegen unsere Glaubensgenossen. Auf Ansuchen des französischen Generalconsuls hat die Regierung ein Grundstück zum Baue einer Schule geschenkt; unser Localcomite wird sie errichten, sobald es sich von der Sorge über das Elend der Juden befreit sehen wird. Die Mildthätigkeit der dortigen (reicheren) Juden erschöpft sich, ohne diesem Hebel Abhülfe zu bringen, sie haben sich mit einem Aufruf an Europa gewendet und es sind in mehreren Ländern Subscriptionen eröffnet worden. Doch es ist nicht in Asien und Africa, wo wir dieses Jahr am meisten für den Schutz unserer Glaubensgenossen zu thun hatten. In Europa ist die religiöse Freiheit das Fundamentalgesetz der meisten grossen Staaten; zwei kleine Staaten, Rumänien und Serbien, stossen es unter dem Einfluss der verwerflichsten Leidenschaften hartnäckig zurück. Die Furcht vor kaufmännischer und industrieller Coneurrenz der Juden, die Gier nach deren Vermögen, die durch den Wechsel der Gesetze bedrohete Gewohnheit an Erpressungen vertritt daselbst die Stelle des Fanatisraus; sie bedienen sich der Freiheit, die ihnen Europa geschenkt, um die Juden zu unterdrücken, und das gegen die Handlungen der gehässigsten Verfolgung protestirende Europa wird kaum gehört. Der Redner gehet nun zu den unseren Lesern bekannten Vorgängen in Serbien über und schliesst mit den Worten: ״Wir sind selbst vor einigen Monaten zu dem in Paris anwesenden Fürsten von Serbien gegangen,