Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mendelssohn-Skizzen
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
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81 Mendelssohn - Skizzen. Es lautet: Ich diu einige Tage unschlüssig gewesen, 0U ich Ihr gar zu ehrliches Schreiben an M.3) abgeben soll. Der beste Buchhändler, mein Theurer! ist Buchhändler, d. i. in beständigem Kriege, mit dem Schriftsteller, der also seinem Widersacher nie zu viel trauen darf. Einem Buchhändler sich unbedingt in die Arme werfen, heisst dem Wolf den Schnabel gerade in den Rachen stecken. Dann fordert der Storch Honorarium! Das Schlimmste ist, dass sie mir den Auftrag gegeben, die Geldsache abzurunden, mir, der ich zwar auch Kaufmann bin, aber diese Art von Handel am Wenigsten verstehe und gar leicht überlistet werden kann. Ich fühle es recht sehr, was ein edel denkender Schriftsteller empfinden muss, wenn ihn die Umstände nöthigen, die Arbeiten seines Geistes feil zu bieten, das Verhältniss als Schriftsteiler mit dem Verhältniss als Verkäufer zu verwechseln. Aber eben diese feinen Empfindungen pflegen sich die feinen Buchhändler zu merken und zu ihrem Vortheil zu gebrauchen, und mit mir ist ihnen dieser Kunstgriff noch allzeit gelungen. Auch wenn ich den Handel nicht in meinem Namen schliesse, fürchte ich, dass er ihm gefingen werde, denn ich empfinde für meine Freunde, was ich für pich empfinde und liebe es, auch in ihrem Namen jeden Verdacht des Eigennutzes zu vermeiden. Mein erster Entschluss war also, den Brief zurückzuhalten und 3) Mauren, Buchhändlerin Berlin und auch Verleger Mendelssohn’s. Schon in einem früheren Briefe an Hennings vom 5. December 1783 (Biographie, 533) sagt Mendelssohn von Maaren: ״Er ist noch nicht Buchhändler genug, am unbillig sein zu können. Sobald er sich auf Unkosten der Schriftsteller wird reich verlegt haben, wird er wahrscheinlicher Weise in die Denkungsart seiner Zunft einschlagen. Wenn Sie Bedingungen machen, so lassen Sie ihn über das, was er an baarem Oelde bezahlen soll, Wechsel ausstellen. Denn mit dem baaren Oelde siebt es bei ihm, wie aus dem Vorigen erhellt, mehrentheils misslich aus". Was Mendelssohn hier schreibt, stimmt mit dem Obigen genau überein.