Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Emanuel Osmund und Jean Paul
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 17)
- Language
- German
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Emanuel Osmund und Jean Paul. 57 uns beiden Aeltern. Unerwartet früh kam uns Ihre hilfreiche Stimme zu, hilfreich tröstend an seinem und meinem Geburtstage״, Ihr bereitwilliges edles Herz habe und geniesse dafür den Lohn in sich. In zwei oder drei Wochen kann er abgehen; dann schreibe ich mehr. Heute nur Dank, Dank! Mit treuester Verpflichtung» lieber Emanuel, Ihr Herder1). Vor keinem Opfer, das die Freundschaft von ihm forderte, schreckte er zurück. Für den gemeinsamen Freund Otto, der auch zuweilen im blauen Stübchen Quartier nahm, hatte er sich um eine Regiments-Quartiermeister - Stelle beworben und die damals bedeutende Summe von 3000 Gulden Caution für ihn erlegt2); einem armen Kinde, das mit Otto verwandt war, gab er eine ansehnliche jährliche Unterstützung3). Seine Wohlthätigkeit war bekannt und so wurde er oft um Gefälligkeiten angegangen, noch öfter betrogen4). Die freundschaftliche Begeisterung steigerte sich und die Freundschaft wurde noch fester geknüpft, als Jean Paul sich verheirathete und bald darauf in Bayreuth seinen Wohnsitz nahm. Sie sahen oder schrieben sich täglich, theilten sich alle Briefe mit, die sie erhielten, machten gemeinsame Spaziergänge, gemeinsame Reisen: Emanuel nahm an Allem, was Jean Paul betraf, den innigsten Antheil wie kaum ein zweiter und wurde lange von Keinem mehr geliebt als von dem Freunde; zu seinem ersten Kinde musste Emanuel Pathe stehen, Emanuel wurde es genannt5). *) Denkwürdigkeiten I, 85, 89. ף I, 104. 3) Briefwechsel J. Paul’s mit Otto, III, 289. 4) Briefwechsel J. Paul’s mit Otto, 111, 354. 6) Denkwürdigkeiten I, 113, 115. Frankel, Monatsschrift.XVII. 2.