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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 12 · p. Seite 471

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 12
Article
[Rezension] / u.
Date
1867-01-01
Page
Seite 471 (sequence 5)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen. 471 mehr die Landstände, welche diese Behandlung verlangten, als dass die Fürsten aus eigener Initiative diese Mittel ergriffen hätten. Wir finden daher oft, dass die Fürsten auf Drängen der Stände sich dazu entschlossen, Judenaustreibungen zu verhängen, die dann nachträglich wieder von ihnen zurüekgenommen werden. Was der Verfasser sonst noch □her die Steuerverhält־ nisse und die sociale Stellung der Juden im ersten Zeiträume mittheilt, bietet nur wenig Neues und speciell auf die Juden in Anspach Bezügliches. Unter Joachim Ernst tritt insofern eine Aenderungzum Bessern ein, als die Juden durch ein ihnen ausgestelltes Privilegium auf 18 Jahre (vom J. 1618 an) einen ausgedehnteren Schutz erhalten. Dieses Privilegium wird dann von den meisten Nachfolgern auch bestätigt, was freilich nicht hindert, dass man trotzdem jede Gelegenheit benutzt, um den Juden auf die verschiedenste Weise hohe Geldsummen zu erpressen. Interessant ist, was der Verfasser in dieser Beziehung von einer Commission mittheilt, die, dein Kammerjunker von Wackerbart anvertraut, den Zweck hatte, alle Schuldforderungen der Juden zu prüfen, um dadurch deren Wuchergeschäften in den Weg zu treten. Der Ausgang dieses ganzen Handels war nämlich der, dass dem Markgrafen 20,000 Fl. und dem Kammerjunker 2500 Fl. gezahlt werden sollten, wogegen den Juden noch grössere Freiheiten in ihren Geldgeschäften eingeräumt wurden, als dies bisher der Fall gewesen war. Der pecuniäre Vortheil, den man aus der Duldung der Juden ziehen zu können glaubte, war eben der einzige Gesichtspunkt, den die Fürsten bei ihren Massregeln im Auge behielten. So sehen wir, dass einzelne Juden, deren sich die hohenzollerschen Churfürsten als ihre Ranquiers und Hoflieferanten bedienten, zu Zeiten sich eine so einflussreiche Stellung zu verschaffen wussten, dass sie selbst auf die allgemeinen Staatsgeschälte einzuwirken in! Stande waren. Manchem dieser Hof- Juden blieb jedoch ein tragisches Ende nicht erspart. So erzählt uns der Verfasser in ausführlicher Weise einen Kampf zwischen dem Hofjuden Midel und einem Fürther Juden Elkan Fraenkel, durch den Ersterer aus seiner Stellung verdrängt wurde, welche Elkan Fraenkel dann selbst einnahm. Mannigfache Intriguen jedoch bewirkten am Ende auch den Sturz des Elkan Fraenkel, der für ihn und seine ganze Familie von sehr traurigen Folgen war.

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