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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 12 · p. Seite 456

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 12
Article
Gedächtnisrede J. Mohl's auf S. Munk
Date
1867-01-01
Page
Seite 456 (sequence 4)
Language
German
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456 Gedächtnissrede J. MohPs auf 8. Munk. Mekor Chajim (Quelle des Lebens); diese Abhandlung war nur bekannt aus von dem heil• Thomas und Albert dem Grossen angeführten zahlreichen Stellen, und aus Abhandlungen bei Duns Scotus und Giordano Bruno. Es gelang Munk trotz seiner Blindheit durch einen grossen Aufwand von Geduld und Scharfsinn, den Text nach einem einzigen sehr incorrecten Manuscript herzustellen. Er veröffentlichte lange Auszüge hieraus und begleitete sie mit der Lebensbeschreibung des Verfassers, mit einer Analyse des Werkes und einer langen Dissertation über die Quelle, aus denen Ibn Gabirel geschöpft und den TEinfluss, welchen seine Philosophie durch mehrere Jahrhunderte geübt. Diesem Exposd fügte er eine Reihe Notizen über die vorzüglichsten arabischen Schriftsteller und ihre Lehren an, ferner eine historische Skizze über die Philosophie bei den Juden von Philo an bis zur Zerstörung der jüdischen Stellen in Spanien5). Diese durch den Umfang des Wissens und durch die Neuheit vieler Thatsachen und Gesichtspunkte höchst bemerkenswerthe Arbeit, bildet eine der schönsten Beiträge zu der Geschichte der Philosophie des Mittelalters; Munk bietet die orientalische Seite dar, zwar nicht mit mehr Einzelheiten, aber mit mehr Genauigkeit als alle seine Vorgänger. Dieses Werk öffnete ihm im Jahre 1858 die Pforten der Acadömie des Inscriptions, und man nahm in den verschiedensten Discussionen, wie sie die zufällige Lekture herbeiführt, wahr, wie sicher und ausgebreitet das Wissen Munk'8 war und wie schnell sein Gedächtniss ihm die Beweise für seine Behauptungen und die eigenen Worte der von ihm citirten Autoren herbeischaffte. Man erkannte zugleich, welche Schätze von Gelehrsamkeit er angehäuft und wie es einem vollständig blinden Manne möglich war, Werke zu verfassen, die den beständigen Beistand der unermüdlichsten Augen zu fordern scheinen. Dieselbe Bemerkung konnte man machen bei seinem 5) Mdlanges de philosophie juive et arabe, par L. Munk. Paris 1859.

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