Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Einige handschriftliche Briefe von Jonathan Eibeschütz
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 421 (sequence 1)
- Language
- German
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Einige handschriftl. Briefe von Jonathan Eibeschütz. 42] Einige handschriftliche Briefe von JonathanEiheschütz. Unter den Rabbinern des achtzehnten Jahrhunderts war keiner so bekannt wie Jonathan Eibeschütz. Der sabbatianischen Ketzerei beschuldigt, entstand durch die Parteinahme für und gegen ihn ein tiefgehendes Zerwürfniss in den deutschen und polnischen Gemeinden und eine Zwietracht in fast jeder jüdischen Familie. Auch über diese Länder hinaus, in Italien und der Türkei war sein Name bekannt. Fast alle damals bestehenden Zeitungen und selbst christliche literarische Zeitschriften bis zu den in Zürich erscheinenden ״freiunithigen Nachrichten von neuen Büchern“, berichteten von dem Streit in Altona und Hambürg wegen des Oberrabbiners Eibeschütz. Es ist hier der Ort nicht, seine Schuld oder Unschuld an der ihm zur Last gelegten Ketzerei zu untersuchen. Zu seiner Charakteristik ist noch wenig Stoff zusammengetragen worden. Es dürfte daher noch die Gegenwart interessiren, in der es noch immer warme Anhänger für ihn gibt, Authentisches über ihn zu erfahren. Herr Kirchheim in Frankfurt a. M, besitzt handschriftliche Briefe von ihm und über ihn, die er mir mit der ihm eigenen Zuvorkommenheit zu benutzen und zu veröffentlichen überlassen hat. Ich habe vier derselben von einige kn Interesse ausgewählt. Der erste Brief von ihm an die Metzer Gemeinde handelt von den Ausstellungen, die er an den Bedingungen gemacht hat, welche dieselbe ihm aufgelegt hat. Wie sein ehemaliger Freund und späterer Gegner, Nehemia Reuseher, Rabbiner von Lothringen, Enkel des Jakob Backofen, Verfassers von חק יעקב und anderer Schriften, berichtet, war schon 1733 nach dem Tode dieses Metzer Rabbiners von Eibeschütz die Rede, ihn zu dessen Nachfolger zu berufen. Aber die greise Rabbinerin, Wittwe des Jakob Backofen, begab sich in das Wahllokal zum versammelten Vorstande und beschwor ihn, ,,diesen Ketzer“ nicht zu wählen, und die frommen Metzer Rabbiner im Grabe nicht durch diese Wahl zu beschimpfen. Dieser Protest machte Eindruck, es wurde Abstand von ihm genommen und dafür Jakob Joscha Falk, Verfasser von פני יהושע, später beharrlieber Gegner Eibeschütz', gewählt. Nachdem dieser nach Frank-