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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 10 · p. Seite 396

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 10
Article
[Rezension] / R.
Date
1867-01-01
Page
Seite 396 (sequence 6)
Language
German
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396 Recensionen und Anzeigen. erkaltet. Einige und 70 Jahre später, im Jahre 1424, vertreibt die Stadt Köln still und geräuschlos die gefährlichen Concurrenten. Bis zum Jahre 1797 war Köln den Juden verschlossen• Da donnerte die Revolution an seine Thore und verlangte Einlass für die, wenige Jahre vorher noch heimathlosen Grundrechte der Menschheit, und mit diesen ewigen Rechten zogen auch die Juden wieder in Köln ein. Am Anfang des sechszehnten Jahrhunderts gewinnt es für einige Zeit eine verhängnisvolle Bedeutung für die gesammte Judenheit als der Herd der rohesten Unduldsamkeit, des Lnstersten Fanatismus, als der Sit/, jener berüchtigten Pfeiferkorn, Karben, Hochstraten, Gratius u. 8. w.> welche das Judenthum mit Stumpf und Stiel ausrotten wollten. Ihr Wuth- und Hohngeschrei verhallte in den Stürmen der Reformation. Was das Jahr der Vertreibung der Juden aus Köln betrifft, so herrschten bis in die neueste Zeit hierüber widersprechende Ansichten Stobbe setzt dieselbe in’s Jahr 1426; weil ja noch im Jahre 1424 Kaiser Sigismund die Stadt wegen ihres Verhaltens gegen die Juden zur Verantwortung gezogen habe. Indess lässt sich sehr wohl annehmen, dass bei der damaligen Ohnmacht des Kaisers die Stadt Köln die Mahnung desselben wenig berücksichtigt und unbekümmert um die Drohungen des schwachen Fürsten ihre Beschlüsse ausgeführt hat. Uebrigens geschieht in den Responsen des Mose Minz und in dem Ritualwerke des Mose Isserlein einer Rabbinerversammlung in Bingen Erwähnung, welche grössere Controversen zwischen den angesehensten Rab״ binen Süd- und Westdeutschlands zur Folge hatte, und Anfangs die Juden dieser Gegenden mit einer gefährlichen Spaltung zu bedrohen schien. Bei diesem Concil, das gegen Ende des 15. Jahrhunderts abgehalten wurde, und bei den darauf folgenden Verhandlungen spielt nun nach den oben genannten Quellen ein Rabbiner Webes von Köln eine bedeutende Rolle. Da eine Wiederherstellung der Kölner Judengemeinde nach der im Jahre 1424 stattgefundenen Vertreibung nicht anzunehmen ist, so ist es wahrscheinlich, dass das Gros der Kölner Judenheit damals nach einem Orte in der Nähe Kölns, vielleicht nach Deutz ausgewandert ist und dort in stolzer Rückerinnerung an das Alter ihrer Gemeinde, den alten Namen in dem neuen Aufenthaltsorte beibehalten hat.

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