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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 10 · p. Seite 374

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 10
Article
Authentische Actenstücke über die gegenwärtige Lage der Juden in Serbien
Date
1867-01-01
Page
Seite 374 (sequence 14)
Language
German
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374 Authentische Actenstücke über d. gegenwärtige Lage Da auch der Senat dem Beschlüsse der Nationalversainmlung zustimmte, hielt sich der Fürst Michael nicht für stark genug, diesen ungerechten Maassregeln Widerstand zu leisten, und in dem Glauben, für einen Augenblick dem Drängen des Senats nachgeben zu müssen, hat er ein Gesetz sanctionirt, das uns verbietet, uns von jetzt ab im Innern des Landes niederzulassen und ausserhalb der Schanzwerke Belgrads zu wohnen. Dieses schreckliche Gesetz und das vor Kurzem stattgefundene Bombardement von Belgrad, das uns unser ganzes Vermögen geraubt hat, haben uns den ferneren Aufenthalt in diesem Lande unmöglich gemacht. Fingepfercht in einen Stadtwinkel und verhindert, ihn zum Erwerb unseres Lebensunterhaltes zu verlassen, sind wir dem Hungertode ausgesetzt. Auch haben wir uns an den Fürsten Michael mit einer letzten Bitte gewandt, uns nämlich entweder die Rechte als Bürger wiederzugeben, wie sie uns von zwei Grossmächten garantirt worden sind, oder uns definitiv aus dem Lande zu schicken, damit wir uns eine andere Heimat suchen könnten, in einem Lande, in welchem alle Bürger, gleichviel welcher Religion oder welcher Nationalität sie angehören, dieselben Rechte gemessen. Und da der Augenblick, der unser Schicksal in diesem Lande entscheiden soll, nicht mehr fern ist, bitten wir durch gegenwärtiges Schriftstück das englische Gonsulat, unsere Interessen bei der Regierung Ihrer Britischen Majestät vertheidigen zu wollen. Wir sind überzeugt, dass unter den jetzigen Umständen ein Wort von Seiten der englischen Regierung genügen würde, um unserer traurigen Lage in diesem Lande ein Ende zu machen. Wenn dessenungeachtet die serbische Regierung darauf beharren sollte, uns die Bürgerrechte zu verweigern, so ' würden wir das Gonsulat bitten, in London geneigtest dafür wirken zu wollen, dass uns die hohe Protection Ihrer Majestät der Königin zu Theil werde. Denn unter diesem Schutze könnten wir in ganz Serbien Handel treiben, kraft der Verträge, die zwischen der hohen Pforte und England bestehen und die sowohl den englischen

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