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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 10 · p. Seite 372

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 10
Article
Authentische Actenstücke über die gegenwärtige Lage der Juden in Serbien
Date
1867-01-01
Page
Seite 372 (sequence 12)
Language
German
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372 Authentische Actenstücke über d. gegenwärtige Lage Nationalität angeboren, sprachen die Männer, die damals an der Spitze der Regierung standen, den Wunsch aus, dass die jüdischen Einwohner dieses Fürstenthumes denselben Gesetzen unterworfen sein sollten, wie die Serben; die contrahirenden Mächte (die hohe Pforte und Russland) genehmigten dies unter der Bedingung, dass die Juden auch der Privilegien theilhaftig würden, die man den Serben zugestanden hatte. Der Fürst Milosch erfüllte gewissenhaft diese Verpflichtungen, und von jener Zeit an bis zum Jahre 1842, das heisst während der ersten Regierungsjahre der Obrenowitz, genossen wir dieselben Privilegien und alle Freiheiten, wie die andern Serben; wir wohnten im Innern des Landes, besassen dort unbewegliches Eigenthum und trieben Handel, ohne dass uns das geringste Hinderniss in den Weg gelegt wurde, weder von Seiten der Regierung, noch vom serbischen Volke, mit welchem wir in gutem Einvernehmen lebten. Die Revolution, welche im Jahre 1842 in diesem Lande stattfand, beraubte uns unseres Bürgerrechtes. Die Feinde der Familie Obrenowitz und die Führer der Revolution machten bekannt — zu dem Zwecke, die Zahl ihrer Anbänger zu vermehren — dass sie, falls der Aufstand glücke, die Juden aus dem Innern des Landes verjagen und so den Handel wieder denen zuwenden würden, die sich der nationalen Sache annähmen. Als die Revolution gesiegt hatte, beeilte sich die neue Regierung (die des Fürsten Alexander), welche an die Stelle der Regierung des Fürsten Michael Obrenowitz getreten war, um ihrem Versprechen treu zu bleiben, ein Gesetz zu erlassen, das den Juden alle Rechte nahm, sie aus dem Innern des Landes verjagte und in den Bereich der Festungswerke von Belgrad einzwängte, in ein elendes Stadtviertel, ausser halb dessen sie sich nicht niederlassen und keinen Handel treiben durften. Diese Maassregel der Regierung des Fürsten Alexander stürzte uns in die grösste Noth und brachte uns um mehr als die Hälfte unseres Vermögens. Die Verwirrung, in welche unsere Angelegenheiten hierdurch geriethen, rui-

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