Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Moses Mendelssohn über Belohnung
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 2)
- Language
- German
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270 Analekten. stände gesprochen habe. Es knüpft sich hieran ein Gespräch über Belohnung, dass uns der treffliche Hennings in seinen handschriftlichen Reminiscences de Berlin aufbewohnt hat1) und das, bisher unbekannt, den Freunden und Verehrern Mendelssohn’s gewiss nicht unwillkommen sein wird. Mendelssohn. Wie mir Herr Rohn versicherte, theilen sich die Gelehrten Amerika'8 die literarischen Erzeugnisse, welche ihnen aus Europa zukommen, unter einander mit. Die Philosophie Baumgarten's hat sich in der neuen Welt eines solchen Erfolges zu erfreuen, dass sogar die Jesuiten sie in ihren Schulen eingeführt haben. Er hielt einen Augenblick inne. Ein neues Feuer glänzte in seinen Augen und belebte sie. Plötzlich rief er aus: Es ist doch eine herrliche Welt, die Gott geschaffen hat! Man braucht nur im Stillen Gutes zu wirken, es ist nie verloren, des Erfolges ist man gewiss. Baumgarten hat in Frankfurt leben müssen, damit seine nächtlichen Studien den Amerikanern Nutzen und Aufklärung bringen und ein anderer Er dt heil seine Arbeiten belohne. Hennings. Gut ist es, den Glauben zu bewahren, dass keine gute Handlung unnütz ist. Es ist ein grosser, herrlicher Gedanke, dass es in der Tugend nichts Geringfügiges, nichts Verlorenes gibt und dass die scheinbar unbedeutendste gute Handlung früh oder spät aus ihrer Dunkelheit hervortritt, in der Verkettung von Ursache und Wirkung wieder erscheint; die Vorsehung bedient sich ihrer gleichsam als eines Mittels, um zu ihren Zielen und zu ihren erhabenen Plänen zu gelangen. Dieser Gedanke verleiht dem Leben einen neuen Werth, umwandelt die Ruhe in Thätigkeit, es gibt keinen Augenblick der Lässigkeit mehr, das Gefühl wird wirksam, eine Geberde, eine נ) Die Mscr. von Hennings befinden sich im Besitze seines Enkels, des Herrn Prof. Wattenbach in Heidelberg. Dieser bekannte Historiker hatte die Freundlichkeit, mir diese Mscr. bei Bearbeitung meiner Biographie über M. Mendelssohn in der liebenswürdigsten Weise zur Benutzung zu überlassen. Vorstehendes Gespräch kam mir während des Druckes, so dass ich dasselbe nicht mehr mit aufnehmen konnte.