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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 6 · p. Seite 210

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 6
Article
Zur Lage der Juden in Galizien
Date
1867-01-01
Page
Seite 210 (sequence 10)
Language
German
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210 Zur Lage der Juden in Galizien. werden, und in den damals geschilderten Verhältnissen ist während des seitherigen kurzen Verlaufes keine wahrnehmbare Aenderung eingetreten. Die gänzliche Auflassung des Judenbezirkes hätte zur Folge, dass die Unfläthigkeifc des jüdischen Wohnviertels über die ganze Stadt verbreitet und jedenfalls die Christen binnen Kurzem aus der innern Stadt hinausgedrängt werden würden. Die hohem Zinsungen, die von ihnen bei der Einmiethung in Christenhäusern allenfalls gefordert werden dürften, würden sie kaum abhalten, da sie auch in ihren dermal!gen engen und schlechten Wohnungen enorme Miethspreise zahlen. Auch ist nicht zu bezweifeln, dass, wenn den Juden die Möglichkeit eröffnet wird, in Lernborg fortan besser und billiger zu wohnen, die Folge davon ein noch stärkeres Zuströmen der Juden vom Lande dahin sein würde, was nicht einmal früher ganz verhindert werden konnte, als noch die Ansiedelung eines fremden Juden in Lemberg nur gegen Bewirkung der Absiedelung zweier einheimischen Judenfamilien gestattet war, wovon man erst seit dem Jahre 1850 abkam; bald würde die christliche Bewohnerschaft es sein, welche, Scheu tragend, mit den Juden unter gemeinsamem Dache zu wohnen, gezwungen wäre, sich in einzelne Stadttheile oder Vorstädte zu flüchten und mit den höchsten Miethspreisen sich die Fernhaltung der Juden zu erkaufen. Damit dies nicht für eine Uebertreibung gelte und darauf hingewiesen werde, dass ja in andern Gressstädten, wo die Juden vordem gesondert wohnten, der Mischungsprocess ohne Anstand und ohne daraus hervorgekommene Nachtheile vor sich gegangen ist, und jetzt Christen und Juden daselbst ganz friedlich neben einander wohnen, muss immer daran erinnert werden, dass es sich hier eben um galizische Juden handelt und dass das numerische Verhältniss der Juden zu den Christen in Lemberg ein solches ist, wie es sonst nirgends vorkommt. Die christliche Bewohnerschaft Lern borg'8 ist im Ganzen wenig wohlhabend; einen zahlreichen bemittelten Bürgerstand gibt es nicht; das meiste Geld, Handel

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