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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 4 · p. Seite 159

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 4
Article
London [Nachricht]
Date
1867-01-01
Page
Seite 159 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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/ . Monatschronik 159 Monatschrenik. London. In Serbien existiren höchst barbarische Gesetze gegen die Juden, nicht etwa aus mittelalterlicher Finsterniss überkommene, sondern erst im Jahre 1861 nach des Fürsten Milosch Tode eingeführte. Sie gehen darauf aus, die Juden allmälig ganz aus dem Lande zu verdrängen. Das Recht, sich in Serbien aufzuhalten, oder ein Gewerbe weiter zu betreiben, wird nur denjenigen Juden gelassen, welche schon am 28. Februar 1861 ansässig waren; auf ihre Nachkommen geht es nicht über. Ein neues Gewerbe oder Fabrikgeschäft zu beginnen, ist ihnen durchaus untersagt, und auch das alte dürfen sie nur an demselben Orte weiterbetreiben. Auf diese und ähnliche Be- Stimmungen wies in der am 29, März d. J. ab gehaltenen Sitzung des Unterhauses Sir F. Goldsmid hin, um die englische Regierung zu ersuchen, die in ihrem Bereiche liegenden Schritte zur Abstellung solcher Tyrannei zu thun. Lord Stanley versprach, den britischen Gesandten bei der hohen Pforte anzuweisen, dass er mit dem Fürsten von Serbien, bei dessen bevorstehender Anwesenheit in Konstantinopel, Rücksprache nehme und eine Petition, welche die Juden Serbiens oder Europas’ inzwisehen an den Fürsten richten könnten, nach Kräften unterstütze. Der Minister tadelte das Auftreten der Serben gegen die Juden als ein um so ungerechteres und verdammenswertheres, als das serbische Volk selbst immer die Worte Nationalität und U11abhängigkeit im Munde führe; der Grund aber liege mehr in dem allgemeinen Vorurtheile des Volkes, als in einer be ab sichtigten Politik der serbischen Regierung. Herr Layard, als Kenner des Orients, knüpfte an die Discussion einige BernerkuDgen über die Juden in der Türkei. ,,Als spanische Bigotterie die Juden vertrieb, nahmen sie in grosser Zahl ihre Zuflucht zur Türkei, und wurden von der Türkei stets mit Gerechtigkeit und Mässigung behandelt. In Konstantinopel sind viele Juden zu grossem Reichthum und zu hohen Ehrenstellen gelangt. Ihre bittern Feinde in der Türkei sind nicht die Muhammedaner, sondern die Christen; und der Erbitterung liegen nicht etwa geschäftliche Eifersucht, sondern hauptsächlich religiöse Un-

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