Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Der Aufstan in Palästina zur Zeit des Gallus
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 9)
- Language
- German
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Öer Äufetand in Palästina z. Z. des Gallus. 151 -׳ ׳־ Hintergrund ergeben. Eine schwächere Unterlage hat der ßerieht des Sokrates, — die erwähnte Empörung nämlich einiger Bewohner von Zipporin-Diocäsarea. Die Stadt selbst wurde nicht zerstört. Am unrichtigsten, weil vom Fanatismus getrübt, ist der Bericht des Hieronymus: nur die Zerstörung Lydda’s ist geschichtlich5). Doch wenn nicht von Zerstörung dieser Städte, so hat־ die Geschichte dieser Zeit von anderen traurigen Ereignissen zu berichten. Der fanatische Religionseifer nahm bei diesem Aufstände die Gelegenheit wahr, die Juden in ihren heiligsten Gefühlen zu kränken: es wurde ihnen verboten — wir wissen nicht, ging das Verbot von dem grausamen Gallus, oder von dem tückischen Fanatiker Constantius aus — ihr heiligstes Fest, den Versöhnungstag, zu feiern6). Und noch folgenschwerer als zerstörte Städte war der Schlag, der das eigentlichste Leben, das Gesetzesstudium, traf: Der frühere häufige Besuch der paläst. Akademieen von Seite der Babylonier hörte auf. Palästina erfuhr zu viele Religionskränkungen unter Constantius und den ihm folgenden Kaisern, die günstigere Zeit unter Julian war schnell vorübergehend. Das Studium zog sich allmälig ganz nach Babylon, wo unter der von Fanatismus freien parthischen Herrschaft nach dem Spruche eines Lehrers: ״der Herr in der Voraussicht der Leiden unter Rom dem Studium eine Stätte bereitet hatte“ (Bab. Gittin 17). Frankel. 5) Die bei Graetz, Geschichte der Juden, 4. Band, 2. Aufl., S. 491, angeführte Pesikta c. 8, die von der Zerstörung von Zipporin und Tiberia spricht, ist auf eine spätere Zeit zu beziehen. °) chuiiin 101: שמדא הוה ושלחו מהם דיומא דכיפורי דהא שתא שבתא הוא. Man verlegte das Fest der Versöhnung, um es nicht in Vergessenheit gerathen zu lassen, auf den Sabbat: diesen konnten die Juden feiern, da damals die Christen auch noch den Sabbat und nicht Sonntag als die Wochenfeier begingen.