Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Nachricht] / Frankel, Zacharias
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nekrolog. 121 Verlust die Wissenschaft im Allgemeinen und jüdische Wissenschaft und Judenthum speciell in dem Tode dieses Mannes erlitten, werden die Leser dieses Blattes ermessen aus den vielfach in demselben mitgetheilten Berichten über die Werke Munk’s, über seine hervorragende Stellung als Mitglied der französischen Akademie und Professor am College de France, sowie über seine, dem Interesse seiner Glaubensgenossen geleisteten und für ihn das schmerzlichste Opfer herbeiführenden Dienste. Der Eindruck der traurigen Nachricht ist noch zu frisch und lebhaft, und wir können uns nur auf einen gedrängten Umriss dieses inhaltsvollen, reichen Lebens beschränken. — Munk war zu Gross-Glogau in Schlesien im Jahre 1802 geboren. Nachdem er seine ersten Studien in seiner Vaterstadt und in Breslau vollendet, ging er nach Berlin, woselbst er sich den orientalischen Studien widmete. Es trieb ihn zu seiner ferneren Ausbildung und Vollendung nach Paris, und er beanspruchte bei dem Cultusministerium ein Reisestipendium; das Ministerium Altenstein gab ihm, wie er dem Unterzeichneten mittheilte, den Bescheid, Juden haben keinen Anspruch auf derartige Stipendien. Doch der Wissensdrang war in Munk zu mächtig, um sich von äusseren Widerwärtigkeiten niederdrücken zu lassen, und er ging, auf ein besseres Geschick vertrauend, nach Paris. Dort setzte er unter Silvestre deSacy, AbelRemusat, EugdneBournouf, Chezy, die ihm Lehrer ׳und Freunde waren, seine orientalisehen Studien fort und widmete sich mit besonderem Eifer dem Arabischen, Persischen und Sanscrit. Durch Michael Beer und später durch James von Rothschild wurde er der pecuniären Sorgen enthoben. Munk machte sich bald durch einige gründliche Arbeiten und Untersuchungen im Journal Asiatique und im Dictionnaire des Sciences philosophiques bemerklich. Im Jahre 1842 wurde er als Gustos der orientalischen Handschriften an der K. Bibliothek zu Paris angestellt; auch ernannte ihn das israelitische Consisfcoire centrale zum Secretair. Es erschienen nun allmälig mehrere mit Eleganz und Gründlichkeit geschriebene Werke; so sein ״Palestitie, description geographique, historique et archeologique 1845“, ferner: ״Notice sur Aboul