Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 472 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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472 Recensionen und Anzeigen. ches Ikarim ist iin Or Adonai schon vollständig ausgesprochen und ebenso sind alle philosophischen Argumente, welche Aiho gegen Maimonides vorbringt, dein Chasdai’sehen Werke entnommen. Ja noch mehr, selbst darin, worin Albo vor Allem als Meister gilt, in der homiletischen Exegese, ist er von Chasdai abhängig, und er wird von späteren Autoren mit Recht darob getadelt, dass er Vieles als eigene Meinung vorträgt, was er in Wahrbeit fast wörtlich dem Or Adonai entlehnt hat. Aber alle diese Fehler hinderten nicht — zum Thcil sogar förderten sie es, — dass sein Werk populär wurde und dass hierdurch die Ansicht Chasdai’s über die Dogmatik unter den jüdischen Theologen verbreitet worden ist.— Der tiefere Gehalt der Chasdaisehen Philosophie ist bisher wenig bekannt worden. LIerr Dr. Joel hat diese Vernachlässigung gesühnt, und zwar hat er das in einer Weise gethan, welche dem Rufe, den er in der wissenschaftlichen Welt geniesst, und der Wichtigkeit des Gegen- Standes vollkommen entspricht. Hierfür ist ihm der Dank aller Kundigen gewiss. R. שעשועים בהדרי משנה או כיענה חירות בכל ששה סדרי משנה מאתי יצחק בן לאא״מו הרב כווה׳ יוסף דל עלבאגען• Trag, 1865. Druck und Verlag von S. Freund'8 Wwe. et Comp. Das Studium der jüdischen Theologie und ihrer Hauptquellen, der Mischna und des Talmud, war zu allen Zeiten ein so eigentümliches und von allen anderen wissenschaftlichen Bestrebungen verschiedenes, dass nur derjenige, welcher mit unerschütterlicher Energie und dem festen Willen, alle von anderen Wissenschaften hergenoinmenen Kriterien auf einige Zeit hier ausser Acht zu lassen, an dasselbe herantrat, sich Hoffnung machen durfte, ein den Geist und den innern Kern des Talmud erfassendes Verständnis8 zu erlangen. Es lag dies jedoch nicht etwa an einer falschen Methode, mit der man bei Erforschung der jüdischen Religionsquellen zu Werke ging, sondern es war dies eine Folge der Eigentümlichkeit der Quellen selbst. Wer das Material des Talmud nicht nur äusserlich kennen, sondern auch mit dem wahren Verständniss für die Sache beherrschen will, der muss sich notwendigerweise in den originellen Geist