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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 10 · p. Seite 373

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 10
Article
Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient un der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1866-01-01
Page
Seite 373 (sequence 13)
Language
German
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in Frankreich, Italien, dem Orient u. d. Nordkustc Africa’s. 373 Gefühle der Hoffnung, dass dieses den menschlichen Leiden geöffnete und ihrer Linderung gewidmete Haus für die israelitische Bevölkerung die erste Anstalt werden wurde, durch welche die alte Zeit sich mit der neuen verbände. Alle Anwesenden theilten diese Empfindungen und wären zugleich freudig überrascht, denn man hatte nicht geglaubt, dass drei Wochen genügen würden, Krankensäle zu schaffen, eine Apotheke zu errichten und Ordnung herzustellen, wo bis dahin die grösste Anarchie und der Mangel alles dessen, was Regel heisst, geherrscht hatte. Mein Reisegefährte Herr Erlanger und der Doctor Neumann, welcher Primararzt der neuen Anstalt wurde, hatten auch in der That Alles, was in ihren Kräften stand, Aufgeboten, um dem Hause die Gestalt und das Aussehen eines Hospitals zu geben. Zwölf Jahre sind seitdem vergangen, Tausende von Kranken haben in diesem Hause theils Pflege und Linderung ihrer Schmerzen, theils ganzliehe Heilung ihrer Leiden gefunden und sind auf das Liebevollste und Sorgfältigste behandelt worden. Zu dieser ersten Anstalt, die nach unserer festen Heberzeugung der Anfang einer neuen Aera für Jerusalem sein wird, haben sich im Laufe der Zeit noch andere Institutionen gesellt, die ebenfalls von segensreichem Einflüsse für nnsere dortigen Glaubensgenossen geworden sind. Die wenigen Tage, die ich noch in der alten Davids- Stadt zuzubringen, hatte, verwandte ich auf die Organisirung der Schulen für Lehrlinge, auf einen Besuch in Bethlehem, wo ich auf Wunsch der Priester des Klosters eine Prüfung in ihrer Schule abhielt, und auf Abschiedsvisiten beim Pascha wie bei allen Verwaltungsbehörden und Consulaten der Stadt. Am Sonntage vor dem Gedenktage der Zerstörung Jerusalems verliessen wir die heilige Stadt, erfreut über Alles, was wir gesehen und geschaffen hatten, und von dem Wunsche beseelt, unsere Kräfte dem schönen Werke, zu dessen Entstehung wir mitgewirkt hatten, auch ferner׳ hin zu widmen. Den ganzen Weg sprachen wir von der so merkwürdigen Geschichte Jerusalems und des Volkes, dessen Hauptstadt es gewesen.

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