Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 10 · p. Seite 365

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 10
Article
Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient un der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1866-01-01
Page
Seite 365 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829332-2829343-2862396--10158-2862418
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ז ,in Frankreich, Italien, dem Orient u. d. Nordküste Africa’s; 365 mit dem mittelländischen Meere gelegen ist, endlich der Anbau von Baumwolle in der Ebene von Saron, alle diese Umstände haben bewirkt, dass aus dem schlechten und j gefährlichen Hafen von Jaffa eine Handelsstadt geworden ist, die mit derZeit eine grosse Bedeutung erlangen wird, und die schon jetzt hundertundfünfzig bis zweihundert jüdische Familien zählt, von denen ein grosser Theil aus Magrebin, d. h. aus Juden, die von Maroeco gekommen sind, besteht. Bald nach Ausgang des Sabbaths verliessen wir Jaffa, bestiegen unsere Esel und machten uns in der Begleitung von etwa dreissig Personen, welche die verschiedensten Trachten trugen und sich in verschiedenen Sprachen unterhielten, auf den Weg nach Jerusalem. Hinter uns das Meer, vor uns die Berge Juda’s, die wir bei Tagesanbruch erreichen mussten, ritten wir bei hellem Voll- Mondschein langsam weiter, und machten nach einem vierstündigen Ritt gegen Mitternacht vor einem kleinen arabischen Kaffeehause in Ramleh Halt. Nach eine1' 1 Stunde brachen wir wieder auf, und gelangten bei Son j nenaufgang an den Fuss des Gebirges, woselbst wir kurze Zeit verweilten, um das Morgengebet zu verrichten. Von da wird die Reise beschwerlich und ermüdend. Das Wort der Schrift ״in seinen Bergen sind Erz und EisenstückeCc ist noch heute eine Wahrheit. Ein Weg, der von Pilgern aller Confessionen so oft durchzogen wird, müsste die Aufmerksamkeit der Regierung auf sich lenken, aber die Nachlässigkeit der Türken zeigt sich hier in ihrer wahren Gestalt. Wir bahnten uns langsam einen Weg und kamen in der heissesten Stunde des Tages an die Citadelle des Chefs von Abu-Ghusch, auf dem ehemaligen Gebiete des Stammes Benjamin. Der Scheich stieg von seinem Thur me herab, bot uns Honig an und bat mich, sein Pferd zu besteigen; ich lehnte diese Gunst ab und wir setzten unsern Weg in der bisherigen Weise fort. Bald erblickten wir Leute zu Fuss und zu Pferde, dann auch einzelne grössere und kleinere Gruppen, und ich ersah hieraus, dass wir nicht mehr weit von dem Ziele unserer Wünsche entfernt sein können. Endlich

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.