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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 9 · p. Seite 359

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 9
Article
[Rezension]
Date
1866-01-01
Page
Seite 359 (sequence 5)
Language
German
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Rezensionen und Anzeigen. 309 Ferner: ״Obgleich man in der echten Philosophie keine Gegnerin für die Religion erblickte, so scheint man sich doch einiger-׳ Massen vor den Gefahren gescheut zu haben, welche die Theo- Logie bei philosophischen Betrachtungen zu bestehen hat, indem der Verstand dabei so leicht auf krumme VCege gerathen kann, wenn man nicht tief und gründlich genug eindringt, so dass dann falsche Schlüsse entstehen, wodurch manche gegenständliehe Wahrheit negirt, ja am Ende geradezu verworfen wird" (S. 156). Jetzt nur noch einen Beleg für die Art und Weise, wie der Verfasser seinen Stoff und sein Urtheil handhabt. Der Verfasser meint nämlich (S. 168 ff.), es gebühre Maimonides um so grössere Ehre und Anerkennung, weil er die wahre Philosophie zu einer Zeit, wo sie so sehr danieder lag, gelehrt hatte; dies wird am a. 0. beglaubigt durch ein: ״Hören wir, wie ein späterer Philosoph, Baco, die mittelalterliche Philosophie in wenigen Worten schildert. Er sagt u. s. w." Nun wird hierfür Schwegler, Gesch. der Phil, angeführt. Vor Allem darf keine wissenschaftliche Arbeit Aussprüche eines Philosophen aus dein ABC-Buch von Schwegler citiren; dann sagt dies Baco gar nicht in diesen wenigen Worten und der Verfasser hat das ״sagt Baco" bei Schwegler missverstanden, indem dies ״sagt" nicht, wie der Verfasser glaubt, die Bedeutung von ״inquit" hat, sondern gleich ״arbitratus est, hält dafür" verstanden werden muss. Baco sagt dies nämlich nicht in wenigen Worten» sondern auf allen Blättern seiner Philosophie; diese ist fast nur ein Kampf gegen die Scholastik. Schliesslich können wir dem Verfasser ganz bestimmt versichern, dass Baco, auch wenn er Maimuni gekannt hätte, sein Urtheil gar nicht zurückgenommen, ja nicht einmal modificirt hätte, da er die ganze Richtung, in der sich ja auch Maimuni befindet, im Auge hat; auch ist es ungerecht und unwahr, was übrigens oft auch von gewichtigen Männern geschieht, dem Christenthume um diese Zeit vor oder mit Maimuni selbstständige Denker abzusprechen. Johann Scotus Erigena ist einer der bedeutendsten Philosophen, die je existirt haben, auch Anselm von Canterbury, und diese haben ja kurz vor Maimuni gelebt; von den Arabern haben die Christen allenfalls die Autorität des Aristotelismus überkommen. — Zum Scherz verrathen wir noch, dass die Gelehrsamkeit, welche der Verfasser in un-

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