Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 8)
- Language
- German
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״,I -*'י־-,r ,י. . , ״ , 1\ י 328 Rückblick auf Zustän d6 und Ereignisse der Juden das Unternehmen von Europa ans gefördert werden würde, da dort die Freunde der Religion und der Huinanität sich glücklich schätzen würden, sie in dieser so wichtigen und bedeutungsvollen Angelegenheit zu unter־ stützen. Die Rosch-Haschana-Feiertage brachte ich in Marseille zu und beeilte mich dann, nach Paris zurückzukehren, um dort unter dem Namen ״Gesellschaft zur Verbreitung der Bildung unter den Israeliten des Orients" einen Verein zu gründen, der die Leitung dieser Institutionen in die Hand nehmen sollte. Der verstorbene Grossrabbiner Ennery und Herr A. Frank hatten die Güte, bei der Gründung mitzuwirken, die aber ebenfalls durch die Februarereignisse ins Stocken gerieth. Jahre sollten vergehen, bevor es mir möglich wurde, wieder nach dem Orient zu gehen, was ich im Jahre 1854 that; und wieder vergingen viele Jahre, bis die ״Alliance israölite uni verseile", die von einem Verein junger Männer 18ü0 gegründet war, kurze Zeit darauf die Gründung von Schulen in diesen Gegenden unter ihre nützlichen und ausserordentlieh segensreichen Arbeiten aufnahm. Das Jahr 1848, welches während dieser Vorbereitungen herangekommen war, hielt nur für den Augenblick die Entwickelung dieser Einrichtungen sowohl im Orient wie in Paris auf. Kurze Zeit war man stutzig geworden, bald aber sammelten sich die edlen Menschenfreunde wieder, und vorzüglich war es jetzt der junge Grossrahbiner Isidor, der voll heiligen Eifers allen guten und edlen Unternehmungen im Voraus seine thätige Theilnähme zusicherte. Die sociale Bewegung trieb die Geister zur Verbesserung des moralischen und intellectuellen Zu- Standes der minder begüterten Klassen, deren Zahl in Paris nicht unerheblich vermehrt war durch den Zufluss unserer Glaubensgenossen. Diese kamen von allen Seiten, um sich in einem Lande niederzulassen, dessen Verfassung unserem Glauben, zum erstenmale seit Israels Zer- Streuung, nicht nur denselben Schutz wie den andern (Konfessionen, sondern auch eine feste Staatssubvention bewilligte, die nicht erst jährlich vom Staatsparlament