Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 6)
- Language
- German
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326!Rückblick auf .Zustände und Ereignisse der Jiideü v eintausclien; die Gründe, weshalb ihnen der Handel verhoten ist, sind nicht bekannt. Der Tauschhandel wird an den Grenzen des Negergebietes in folgender Weise äusgeführt: die Mauren stellen symmetrisch Glasperlen, Speeereiwaaren, Salz und Eisenwaaren auf und ziehen sich dann zurück. Alsbald kommen die Neger heran, taxiren die Waaren und stellen neben jedes einzelne Stück Beutelchen mit Goldstaub (Teber) hin; die Mauren kommen zurück, öffnen die Beutel und nehmen sie fort, wenn sie mit dem Preise zufrieden sind; andernfalls ziehen sie einen Theil der Waaren zurück und bringen sie nach hinten: jetzt kehren die Neger wieder, bis man sich geeinigt hat, und es herrscht sehr viel Vertrauen bei diesen Tauschgeschäften. Unabhängig von den jüdischen Familien von Tuggourt Saf und Temacin findet man einen ziemlich grossen Stamm, den die Unterrichteten und die Traditionen der Eingeborenen von einer aus dem Bilad-ul-Gerid ein gewanderten Familie abstammen lassen, der dann seinen Glauben abgeschworen und den Islam angenommen habe. Er besteht jetzt aus dreihundert Familien und heisst Mehedjeria; er bildet den vornehmsten Theil der ansässigen Familien von Ouad Big, woselbst sie grosse Achtung gemessen, nachdem sie die Bonagas vertrieben haben. In Tuggourt und unter den benachbarten Stämmen gibt es jüdische Handwerker and Andere, die einen sehr beliebten Palmenwein bereiten. Bei den Oudenas in der Sahara findet man einen beträchtlichen Bruch theil, ungefähr aus hundert Zelten bestehend, der sich Monaled nennt, früher in Talma wohnte, am Stidabhange des Djebel-al-Sultan, ursprünglich sich zur jüdischen Beligion bekannte, dann das Christenthum und endlich den Islam annahm. Es sind sehr tüchtige Beiter, und der jüdische Typus ist noch in ihnen zu erkennen; Einige von ihnen befinden sich in Constantine.“ Diese Nachrichten müssten natürlich untersucht und bestätigt werden, aber man sieht, dass die localen Tradihonen wenigstens eine Spur von der Existenz jüdischer Stämme im Innern des Landes bewahrt haben. Ich wollte Algerien nicht verlassen, ohne Tunis, die