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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 7 · p. Seite 262

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 7
Article
Die Psalmen 120 - 135 nach ihrem Inhalte und ihren historischen Beziehungen erläutert
Date
1866-01-01
Page
Seite 262 (sequence 2)
Language
German
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262 Die Psalmen 120—-135 ‘י! um seinen Frieden zu erhalten, bisweilen zu Täuschungen seine Zuflucht׳ genommen habe, oder doch geneigt gewesen sei, dies ' zu thun. Gegen die gewöhnliche Erklärung: ״Ich bin für Frieden, und wenn ich rede, sind jene für Krieg.“ ■habe ich Folgendes einzuwenden: 1) Geziemt es wohl dem Sänger nicht, seine Friedensliebe zu rühmen. Auch wäre diese in dem vorliegenden Falle gar kein Verdienst, da der Schwächere einem Stärkeren gegenüber immer geneigt ist, den Frieden aufrecht zu erhalten. 2) Wird die Geneigtheit zu einem Verhalten immer durch ל׳ ausgedrückt, wie das darauf folgende 'המה לטל zeigt. Das von J. E. und de W. citirte לאני תפלה Ps. 109, 4 bedeutet eben auch keine Geneigtheit zum Gebete, sondern ein Verharren im G. Diese Einwendung trifft auch de W.’s ״Ich bin ein Mann des Friedens", welches ebenfalls nur eine Geneigtheit zürn Frieden ausdrückt. 3) So oft של1ם ohne Präposition auf einer Seite als Prädicat neben eine Person oder Sache gesetzt ist (Gen. 43, 27; I. Sam. 25, 6; Hiob 5, 24; 21, 9), bezeichnet es das Wohlbefinden der Person, den unverletzten Zustand der Sache. 4) Für לכי אדבר erwartet man לברברי• Sachs übers, darum: wenn ich auch reden werde sc. zum Frieden. Aber diese Auffassung liegt nicht in den Worten. 5) Auch erwartet man für המה לט׳ eher ילהטו בי, da es bei dieser Auffassungsweise weniger auf die Neigung der Feinde, als auf ihr schlimmes Thun ankommt. 6) Feinde, die einen Schweigenden in Frieden lassen, sind nicht so gefährlieh. Warum musste er reden? (Von dieser letzten Widerlegung bleibt Sachs’ Erkl. ebenf. unberührt.) — Nach meiner Auffassung d. St. waren die Feinde immer zu Anfechtungen hereit, so oft der Sänger (Israel) mit ihnen in Berührung kam Nur trat ihm die Erinnerung an dies traurige Verhältniss lebendiger vor die Seele, wenn er mit ihnen, wenn er nur vor ihnen, in ihrer Gegenwart (darum heisst es nicht אדבר אליהם) Etwas sagen musste, und dieser Gedanke konnte ihn wenigstens zu mancher Unredlichkeit oder Täuschung verleiten. Diesen Seelenkampf schildert der Dichter lebendig, indem er den Gang seiner Gedanken in solchen Stunden der Versuchung laut vor uns wiederholt, als fände derselbe gegenwärtig statt: Ich bin (jetzt) in Frieden, sagt er sich, und wenn ich reden werde —, Jene sind (immer) zu Anfeindungen bereit —. (sie werden mich auch jetzt anfeinden, wenn ich dies nicht durch eine Täuschung,

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