Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Alexandersage
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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M Beitrage zur Alexandersage. 177 des jüngsten Gerichts. Die Schwierigkeiten, welche sich von dieser Seite gegen die Identität Alexander’s und Dulkarnain’s erhoben hatten, wären somit ebenfalls beseitigt. Als letzte Aufgabe bleibt uns nun noch die Beantwortung der Frage, wie Alexander zu dem Namen Dulkarnain gekommen ist. Die Erklärungen, welche die Araber diesem Worte geben, sind sämmtlich ungenügend und können uns daher hier nicht weiter beschäftigen. Von den neueren Gelehrten hat Graf (im 8. Bande der Zeitschrift der deutsch, morgenl. Gesellschaft) die Ent- Stellung dieses Beinamens dadurch zu erklären gesucht, dass Alexander sich oft in der Gestalt und Kleidung des Gottes Ammon, mit Hörnern versehen, dem Volke gezeigt habe. Dies habe denn bewirkt, dass man sich Alexander als zweihörnig vorzustellen pflegte. Es steht nun auch in der That fest, dass Alexander sich oft als Hörnerträger hat abbilden lassen, und wir besitzen noch Münzen mit dem Bildnisse Alexander’s, auf welchem Widderhörner angebracht sind. Allein auch diese Erklärung reicht noch nicht vollständig aus, da es nach derselben noch immer räthselhaft bleibt, dass Muhammed nur den Beinamen und nicht den eigentlichen Namen Alexander im Koran erwähnt hat. Dass der wirkliche Name des grossen Konigs den Arabern bekannt war, möchte wohl Niemand bestreiten, und wenn Muhammed es dennoch unterlässt, ihn zu nennen, so hat er es sicherlich nicht ohne Grund gethan. Dieser Grund scheint uns darin zu liegen, dass die heilige Schrift, die im Buche Daniel (Cap. 8) über Alexander spricht, ebenfalls seinen Namen verschweigt, und ihn nur unter dem Bilde eines einliörnigen Ziegenbocks darstellt, im Gegensätze zu dem zweihörnigen Widder, unter dessen Bilde sie den Perserkönig verstanden wissen will. Diese Stelle wurde schon früh mit Recht auf Alexander und Darin s bezogen, und die jüdische Legende, welche die Anwesenheit Alexander’s in Jerusalem sehr ausführlich bespricht, erzählt uns, der König habe auf seine Frage, ob sein Zug gegen Darin8 vom Glück gekrönt werden würde, von dem Hohenpriester die Zu- Sicherung erhalten, dass Gott den Darius in seine Frankel, Monatsschrift. XV. 5. 14