Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Alexandersage
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829332-2829338-2862056--09876-2862080- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beiträge zur‘Alexandersage. . 167 englischen Alexanderliede, noch zwanzig andere Völker mit ganz wunderlichen Namen beigesellt. Alexander besiegte und verfolgte sie. bis sie zwischen zwei hiniinelhohen Bergen eine Zufluchtsstätte fanden, in die er vergebens einzudringen versuchte. Um sie aber unschädlich zu machen und die angrenzenden Völker vor ihren Ueberfällen zu sichern, beschloss Alexander, den Eingang zu diesen Bergen, die sich auf sein inbrünstiges Gebet zu Gott einander genähert hatten,5) durch einen festen, unzerstörbaren Wall zu vermauern. Er liess kunsterfahrene Schmiede kommen und von diesen ein Thor errichten, gegen welches weder Eisen, noch Feuer, noch Wasser Etwas auszurichten vermochte. Sodann verkündete er, dieses Thor werde bestehen bis zum jüngsten Gerichte oder bis zur Zeit des Antichrist, dann aber werde es einstürzen und die eingeschlossenen Völker ausspeien, die sich in unzähliger Menge über alle Länder ergiessen und Gottes Strafgericht auf Erden ausüben würden. In späterer Zeit entstanden nun noch viele sagenhafte Erzählungen, die sich an die Erbauung des Magogwalles anknüpften. Wir führen von ihnen nur die eine höchst originelle des Reisenden John Mandeville an, die also lautet: ״Zwischen den Hügeln, die da sind, sind die Juden der neun Stämme eingeschlossen, die man Gog und Magog nennt, und sie können an keiner Seite heraus. Hier waren 22 Könige ein geschlossen mit ihrem Volke, die früher zwischen den Bergen von Sichy und dem Reiche Alexander’s wohnten. Er trieb sie dorthin, denn er glaubte, sie einschliessen zu können durch Gewalt und 5) Dieses Gebet ist dadurch merkwürdig, dass es den Glauben an einen Gott und die Nichtigkeit der Götzen ausspricht. Es kommen in demselben Ausdrücke vor, wie: Gott der Götter, Herr aller Wesen, die geschaffen sind, durch dein Wort hast du Himmel, Erde und Meer hervorgebracht, dir ist Nichts unmöglich, Alles gehorcht deinem Befehle, du sprachst und es geschah, du befahlst und es stand da, du allein bist der ewige, allvermögende, unsichtbare Gott, und ist kein Gott ausser dir 11. 8. w.