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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 4 · p. Seite 156

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension] / H.
Date
1866-01-01
Page
Seite 156 (sequence 2)
Language
German
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156 Recensiönen und Anzeigen. Verfasser S. 16 anführt/ beweisen deshalb auch‘ hier Nichts. Doch sind die zerstreuten poetischen Stücke weltlichen Inhalts vom Verfasser sorgfältig zusammengestellt worden und mit gebührender Ausführlichkeit behandelt. Nur wundert es uns, dass er neben dem sogenannten Brunnenliede in Num. 21, 17 (S, 17) nicht auch das in demselben Cap. v. 27 befindliche, mit den Worten ״Deshalb singen die Dichter" eingeleitete Triumphlied über Moab erwähnt, das sich, nebenbei gesagt, nicht wie Meier meint, auf Israel, sondern auf den eben erzählten einstigen Sieg Sichons (wie das p beweist) bezieht, und das doch gleichfalls rein weltlicher Natur ist. — Mit ganz besonderer Sorgfalt und Ausführlichkeit wird, wie zu erwarten, das Hohelied behandelt, das der V.erf. mit allen neuern Forschern als ein weltliches betrachtet. Auf diese Auffassung genauer einzugehen, wo schon so viel pro und contra gesprochen worden, ist hier nicht der Ort. Nur die Bemerkung sei uns gestattet, dass, wenn wir einmal diesem Liede den religiösen Charakter ah sprechen, wir auch nichts von einer sittlichen Grundlage oder Behandlung darin finden können, da es sich dann von den andern so vielen .orientalischen (arab. und per8.) erotischen Liedern um fast Nichts unterscheidet. Und von der Annahme Tuch's, dass die siegreiche Festigkeit, die die Jungfrau aus Israel beweist, den eigentlichen Mittelpunkt dieses Liedes bildet, ist bis zur Allegorie kein so grosser Schritt. Für die dramatische Einheit, Gestaltung und Gliederung dieses Liedes entscheiden sich u. A. v. Ammon, Umbreit, Ewald und Böttcher. Es freut uns, dass unser Verf. wenigstens diese Verkehrtheit energisch zurückweist. Aber nicht minder willkürlich und aller gesunden Exegese Hohn sprechend ist die Behauptung Meiers u. A., denen unser Verf. sich anschliesst, dass ein wirklicher erkennbarer Zusammenhang, eine einheitliche Erzählung in diesem Liede zu finden sei. Wir können uns nicht enthalten, den erkünstelten Faden dieser Liebesgeschichte der Curiosität wegen dem unbefangenen Leser gedrängt vorzulegen. Eine verwaiste Jungfrau Sulamith, wird von ihren Brüdern, die Vater- und Vormundstelle an ihr vertreten (soll aus Cap. 1, 6 hervorgehen), im vertraulichen Zwiegespräch mit einem Hirtenjüngling betroffen, der früh am Morgen hinter'm Fenster ihr eine Art Ständchen bringt (schon 2, 8-14); besorgt für die Unschuld ihrer Schwester,

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