Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Der Codex von Raschi's und Raschbam's Pentateuch-Commentarien auf der Breslauer Seminar-Bibliothek
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 371 (sequence 2)
- Language
- German
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.'auf י der/Breslauer Seminar-Bibliothek.. 37r stetig fortschreitenden Kritik nothw endig des Forschers Blick immer wieder auf die alte französische Exegetenschule des Mittelalters zur besonderen Beachtung zurück, deren würdige Repräsentanten R. Salomo Jizchaki (Raschi) und dessen ebenbürtiger Enkel R. Samuel b. Meier (Raschbam) sich als unübertreffliche, mustergültige Vorbilder exegetischer Wissenschaft in der jüdischen Literatur für alle Zeiten erweisen. Das sich immer mehr geltend machende Bewusstsein der Berechtigung einer wissenschaftlichen kritischen Untersuchung, welcher auch der Gesammtinhalt dieser heiligen Urkunden, unbeschadet seiner göttlichen Weihe und ohne Scheu sich unterstellen lässt, zollt gerade in unsern Tagen den geistigen Arbeiten jener beiden her währten Meister der Exegese um so einsichtsvoller die gebührende Anerkennung und eine grössere Würdigung. Bei der wohlbegründeten Werthschätzung und Vorliebe für diese beiden grossen oder eigentlich grössten Autoren aus der exegetischen Blüthezeit des 11. und 12. Jahrhunderts, ist das Bedürfniss nach handschriftlichen Quellen ihrer geistigen Thätigkeit un ab weislich für uns geworden, dem aber trotz allem mühsamen Nachforschen und Suchen bisher noch immer nicht ganz genügt werden konnte. Dem verhängnisvollen Geschicke in jener traurigen, aller Wissenschaft feindseligen Zeit, das über den meisten anderen Handschriften gewaltet, waren wohl auch die unserer beiden Exegeten anheimgefallen. Was davon noch seiner zerstörenden Gewalt glücklich entkommen sein mochte, war einerseits durch Missstimmung des vielfach gedrückten Zeitalters unbeachtet gelassen, aber auch andererseits durch Engherzigkeit und misstrauisches Verkennen des noch ungeübten Geistes, der die geistigen Producte seiner berühmten Meister nicht zu schätzen verstand, — und dies sicherlich in Rücksicht auf Raschbam, — nicht für werth gehalten worden, um es sorgfältig der Nachwelt aufzubewahren. So ist es denn gekommen, dass der Raschbam-Comjpentar, nachdem er erst im Anfang des vorigen Jahrhunderts, woher dessen allmäliges Bekanntwerden überhaupt datirt, eine Vertretung seines guten Rechtes an einzelnen Förderern der jüdischen Wissenschaft gefunden, von denselben nur mühsam nach einer einzigen Handschrift in verstümmelter Gestalt ans Licht gezogen und der Oeffentlichkeit übergeben werden konnte. Und selbst noch später, am Aus-