Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 2)
- Language
- German
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354 ' Recensibnen und Anzeigen. 2) Deutsches Lesebuch für israelitische Schulen. Herausgegeben von Dr. L. Adler, kurfü^stl. hess. Landrabbiner. Cassel, 1864. Unter den Büchern jüd. poetischen Inhalts, die in neuerer Zeit erschienen sind, nimmt das erstere der Eingangs genannten Werke eine hervorragende Stelle ein. Es war ein längst gefühltes Bedürfniss, Alles dasjenige, was jüdische und nichtjüdi8che Dichter über Juden und Judenthum geschrieben, in Eihem Werke gesammelt und zu einem Ganzen vereinigt zu sehen. Der Libanon, der übrigens bereits in dritter Auflage erscheint, befriedigt dieses Bedürfniss in hohem Maasse. Wir haben niemals geahnt, dass es eine so bedeutende Anzahl nicht jüdischer Dichter gebe, deren Muse das Judenthum, seine Religion, sein Märtyrerthum, seine Menschenliebe, kurz sein ganzes Leben und Weben in so schöner und edler Form besungen. Der Verfasser führt uns in seiner Gedichtsammlung neben bekannteren älteren Dichternamen jüdischen und arabischen Stammes, und neben Namen wie Byron, Rückert, Grün eine grosse Reihe weniger bekannter neuerer Dichter vor, die in humaner Weise die religiösen und geschichtlichen Verhältnisse Israels auffassen und würdigen. Wie daher die ״Stimmen vom Jordan und Euphrat" des sei. Sachs in fast jedes jüdische Haus gedrungen sind, so ist auch der Libanon angethan, in jüdischen Kreisen tiefe Wurzeln zu schlagen und ein Familienbuch zu werden. Aber auch nichtjüdische Kreise finden in diesem Buche eine reiche Auswähl von Gedichten, deren grösster Theil dem besten, was die deutsche Literatur aufzuweisen hat, zugezählt zu werden verdient. Die älteren jüdischen und arabischen, ebenso mehrere in englischer, französischer, holländischer und ungarischer Sprache abgefassten Gedichte konnten freilich nicht in der Originalspräche mitgetheilt, sondern mussten in deutscher Uebersetzung wiedergegeben werden. Die Uebersetzung ist jedoch von so bewährten Männern wie Hammer-Purgstall, Sachs, Zunz, Adolph Böttger u. A., so dass wohl dem Genius der Ursprache auf das Beste Rechnung getragen wurde. Mehrere Gedichte, die weder an sich gut sind, noch dem Geiste des Judenthums entsprechen, hätten füglich wegbleiben können. So z. B. S. 31 das Gedicht ״Der fromme Rabbi" von