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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 9 · p. Seite 347

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 9
Article
Stenographischer Bericht aus der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses
Date
1865-01-01
Page
Seite 347 (sequence 2)
Language
German
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Analekteh. 347 niger dürfen wir dieses, wenn ihm sein ganzer Bildungsgang, seine Anschauungsweise, seine Denkart das Streben einflössen, einer der llnsern zu werden." Meine Herren! dies ist die eine Anschauung, der ich entgegentrete. Ich gestehe, dass ich darin nicht eine richtige Auffassung des Staates finde. Ich halte den Preussischen Staat nicht für eine Anstalt zur Proselytenmacherei, ich glaube auch nicht, dass er auf einer Stufe steht mit der inneren Mission zur Bekehrung der Juden, und auf die Ueberzeugungs treue meiner Glaubensgenossen fühle ich mich verpflichtet hier insbesondere hinzuweisen. Meine Herren! was die Verfolgungssucht, was die fürchterlichste Qual und der Scheiterhaufen nicht vermocht haben, im Grossen und Ganzen meine Glaubensgenossen zu einer Verleugnung ihrer religiösen Ueberzeugung zu bringen, das, meine Herren, werden eben so wenig scheinbare Begünstigungen thun, die doch eben keine Begünstigungen sein sollen, sondern die mit Recht zu fordern sind. Ich bin überzeugt, dass auch dieser Anschauung ein wohlwollender Gedanke unterliegt, aber ich habe mich iin Interesse meiner Glaubensgenossen verpflichtet gehalten, ihn zurückzuweisen. Je höher gerade der Bildungsgrad und die Intelligenz unter meinen Glaubensgenossen gestiegen ist, desto weniger werden sie von der zähen Ausdauer an ihrer religiösen Ueberzeugung lassen, und ich denke, meine Herren, in dem Satze vorher hat der Bericht zwei ganz eklatante Fälle dafür angeführt. Ich glaube also auch nicht, meine Herren, dass, wenn die Rechte, die wir nach der Verfassung zu fordern haben, uns erst gewährt sein werden, das Renegatenthum sich vieler Adepten zu erfreuen haben wird. Ich, meine Herren, bin wahrlich nicht gesonnen, über die Ueberzeugung und die Meinung der Einzelnen hier eine Kritik oder ein Urtheil zu fällen ich achte diese — aber im Allgemeinen musste ich eine solche Andeutung zurückweisen. Die zweite Stelle befindet sich auf derselben Seite, und auch gegen die habe ich eine Einwendung zu machen. Es heisst nämlieh am Schlüsse desselben Abschnittes, den ich Ihnen eben vorgelesen habe: ״Dass der Jude den Ruhm, welchen er in den verschiedenen Zweigen des Rennens und Wissens errungen hat, freudig dem-

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