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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 5 · p. Seite 176

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 5
Article
Geschichte der Juden in Posen
Date
1865-01-01
Page
Seite 176 (sequence 12)
Language
German
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176 Geschichte der Juden in Posen. Erpressungen und Vexationen von Staatsbeamten und Geistlichen der Gemeinde abgenöt-higt wurde. Bei einzelnen Posten drängten sich der Commission selbst Bedenken auf, und bei der Verhandlung über die Forderung des zur Zeit bereits aufgehobenen Jesuitenordens wies die Gemeinde nach, dass ״die Jesuiten auch von längst berichtigten Kapitalien hohe Zinsen erheben, ungewöhnliehe Executionen einlegen, Juden in ihr Collegium bringen, einkerkern, in die Keller werfen und erst dann zu Vergleichen und Berechnungen schreiten‘4, ferner, dass sie zur Beruhigung der von den Jesuiten angezettelten Aufstände zur Befreiung mehrerer ihrer Mitglieder aus dem Klostergefängniss ungefähr 158,000 Gulden verausgabt habe. Verdächtig war endlich der Umstand, dass die Jesuiten, statt die einzelnen Originalschuldscheine vorzubringen, einen mit der Gemeinde im J. 1757 vereinbarten General-Schuldschein über 293,744 Gulden und 25 Groschen präsentirten, aus welchem das Datum der einzelnen Forderungen nicht zu ermitteln war. Nach langen und eingehenden Verhandlungen und nach Ermittelung der jährliehen Einkünfte und Ausgaben der Gemeinde18), wurde 18) Die jährlichen Einkünfte der Gemeinde betrugen: Krupka (Steuer) von den Kaufleuten 20,000, Fleisch krupka 15,000, Seidenkrupka 630, Salzkrupka 520, Papierkrupka 120, Kleidersteuer 140, Glassteuer 63, Kopfsteuer 2600, zusammen jährlich 39,073 Gulden. — Die jährlichen regelmässigen Aus gab en betrugen: Kopfsteuer an die Republik 6102, an den Wojwoden von Posen 1900, an den Unterwojwoden 1800, an den Magistrat in Folge des Erkenntnisses von Radom 900, an denselben, um von der Einquartierung frei zu sein, 1300, an denselben für die Kämmerei 250, an denselben vom 6chlachthau.se 30, an denselben für Gewürze observanzmässig 1500, dem Regens des Gerichtes von Transactionen 160, dem Rabbiner, dem Sjmdicns, dem Synagogensclireiber, den Synagogen dienern, den Schächtern, Wächtern und anderen 4000. für Arme 500, an den Commandanten 600, an verschieden6 Hospitäler 4200, dem geistlichen Official vom Schlachthause 60, dem Propst der Adalbertskirche 30, dem Propst der St. Martinskirche für den Begräbnissplatz 24, zusammen jährlich 23,356 Gulden. Die Einnahmen überstiegen demnach die Ausgaben um

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