Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über die hebräischen Inschriften der Synagogen zu Kefr-Bereim in Galiläa
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 9)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 155 schrift sowohl im Dialekt als in dem תבוא ברכה das Gepräge des Mittelalters. Ist endlich unsere Combination, dass das ש zu Ende die Jahreszahl bedeutet, richtig, dann gehört die Inschrift gewiss einer viel späteren Zeit an, und wir sind sogar in den Stand gesetzt, diese Zeit genau zu ermitteln. Die Juden datirten bis tief in die Zeit der Geonim (und auch noch nach dieser Zeit) nach der Seleucidischen Aera, die 3449 von Erschaffung der Welt beginnt״); vom 11. Jahrh. ab beginnt allmälig die Datirung nach Erschaffung der Welt. Ist also dieses ש> bei dem, wie oben bemerkt wurde, die Jahrtausende weggelassen sind, nach der Datirung von Erschaffung der Welt zu nehmen, so wäre hier entweder an 3300 — 540 oder an 4300 — 1540 der übl. Zeit zu denken. Beides ist aber unrichtig. Im J. 540 datirten nicht die Juden nach Erschaffung der Welt; und gegen 1540 spricht der Umstand, dass wie Herr R. wahrscheinlich gemacht, der im 13. Jahrh. lebende Samuel b. Simson die Synagoge zu Kefr-Bereim im Sinne hatte. Es wird daher für dieses ש die 86leucidische Zeitrechnung anzunehmen sein: das Jahrtausend ist ausgelassen, es ergibt sich also 1300= 989 übl. Zeitr. Wird das verstümmelte auch als Zahlenwerth gerechnet, so ist das |Jahr 1019 übl. Zeitr. anzusetzen. Die Inschrift gehört also dem Ende des 10. oder dem Anfänge des 11. Jahrhunderts an. Frankel. Recensionen und Anzeigen. Cours de Langue hebraique, chaldai'que et syu’iaque au Goll ege de France. Legon d’Ouverture (faite le 1 er Fevrier 1865) par 8. Munk, membre de?Institut, p. 23. Paris, 1865. Michel Levy Freres. Herr S. Munk nimmt seit Februar dieses Jahres den Lehrstuhl der hebräischen, chaldäischen und syrischen Sprache am ״) Vgl. Rapoport Erech Millin S. 73 f.